Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Prozessbericht

Kein Puls mehr“ – Jugendliche feierten weiter, während 14-Jährige im Sterben lag

Kein Puls mehr“ – Jugendliche feierten weiter, während 14-Jährige im Sterben lag
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Statt Hilfe zu rufen, beseitigten sie die Beweise: Nach einer ausufernden Drogenparty mit fatalen Folgen stehen zwei 18-Jährige vor Gericht. Ihre 14-jährige Bekannte überlebte nicht.

Mit dem Geld aus seiner aufgelösten Lebensversicherung organisierte der Erstangeklagte am 4. Juni eine ausgiebige Drogenparty. Auf der Einkaufsliste standen Kokain, Marihuana, MDMA und Ecstasy. Die 14-jährige Teilnehmerin, eine Ex-Freundin der beiden 18-jährigen Angeklagten, hatte offenbar bereits vor der Feier Rauschmittel zu sich genommen. Toxikologische Untersuchungen wiesen in ihrem Blut eine Substanz nach, die umgangssprachlich als „rosa Kokain“ bekannt ist – ein Stoff, der später nicht unter den in der Wohnung sichergestellten Drogen gefunden wurde.

Gegen 23 Uhr sendete das Mädchen aus dem Badezimmer eine Snapchat-Nachricht an ihren aktuellen Freund, in der sie ihren stark berauschten Zustand beschrieb. Kurz darauf brach sie zusammen und blutete aus dem Mund. Nach Aussage der 18-Jährigen war zu diesem Zeitpunkt bereits kein Puls mehr feststellbar. Die Staatsanwaltschaft wirft den jungen Männern vor, den Notruf erst abgesetzt zu haben, nachdem sie sämtliche Drogen beseitigt hatten.

⇢ Tod im Lokal: Barkeeper missbrauchte bewusstloses Opfer statt Hilfe zu holen

Fortgesetzte Feier

Der medizinische Notfall hielt die beiden 18-Jährigen nicht davon ab, ihre Feier fortzusetzen. Nach dem Eintreffen der Rettungskräfte besorgten sie weiteren Nachschub von ihrem Dealer und konsumierten weiter Drogen. Dies führte dazu, dass der Erstangeklagte selbst wegen einer Überdosis im Krankenhaus behandelt werden musste. Das Gericht ordnete für beide Angeklagte Bewährungshilfe und eine verpflichtende Drogentherapie an.

Tödliche Folgen

Die 14-Jährige wurde mit schwerer Intoxikation in eine Kinderklinik eingeliefert, wo sie vier Tage später, am 8. Juni, verstarb. Ursächlich waren laut Gerichtsmedizinerin Katharina Stolz massive Hirnschädigungen durch Sauerstoffmangel. Der Körper des Mädchens wies erhebliche Mengen Kokain und MDMA sowie Spuren von Ketamin auf. Die 18-Jährigen gaben an, sie hätte in ihrer Gegenwart drei Linien Kokain konsumiert.

⇢ Tödlicher Kollaps nach Ausschweifung: Notruf kam 90 Minuten zu spät

Entscheidend für den tragischen Ausgang war jedoch, dass die jungen Männer den gegen 0:30 Uhr eintreffenden Rettungssanitätern verschwiegen, welche und wie viele Drogen in der Wohnung konsumiert worden waren.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen