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LITERATUR

Lana Bastasic: „Städte und Wohnorte müssen nicht für immer sein”

Lana Bastasic: „Städte und Wohnorte müssen nicht für immer sein”
(Foto: Vladimir Nićiforović)
8 Min. Lesezeit |

KOSMO: Wie würden Sie junge Leute dazu motivieren, aktiv zu werden und für Menschenrechte zu kämpfen?


Lana Bastasic: Obwohl ich nicht auf dem Balkan lebe und in gewisser Weise privilegiert bin, bin ich der Meinung, dass man auf jedes Unrecht reagieren muss, egal wie klein es auch ist. Egal, ob es in der Schule, auf der Straße oder zu Hause geschieht. Wir müssen auf das reagieren, was wir fühlen. Ich glaube, dass Kinder und Jugendliche instinktiv fühlen, dass um sie herum etwas nicht stimmt. Wir müssen immer reagieren, wenn einer unserer Mitbürger ausgeschlossen wird, wir müssen dagegen kämpfen und für eine Sprache eintreten, die inklusiver ist. Ich glaube sehr an die jüngeren Generationen. So viel Böses das Internet mit sich bringt, so viele Türen in andere Welten, Möglichkeiten und Identitäten bringt es auch. Ich glaube, dass diese Generationen, die jetzt kommen, humaner sein und mehr Empathie, Wissen und zumindest mehr Verständnis für Diversität haben werden. Kleine Dinge führen immer zu großen.

Lanas Erzählband „Mliječni zubi” wurde auf Deutsch unter dem Titel „Mann im Mond” übersetzt.

KOSMO: Wie geht es Ihnen in Berlin und kommen Sie mit der deutschen Sprache zurecht?


Lana Bastasic: Im Moment reise ich viel, aber wenn ich in Berlin bin, bemühe ich mich, die Zeit zu nutzen, um die Stadt kennenzulernen. Ich habe Anglistik studiert und bin schon sehr früh mit dem Klang des Germanischen in Kontakt gekommen, denn wir haben uns an der Fakultät mit dem Altenglischen beschäftigt, das der germanischen Sprachgruppe noch sehr ähnlich ist. Daher mag ich die germanischen Sprachen gerne, mir gefällt ihr Klang. Interessanterweise gefällt mir Französisch nicht.

(Foto: Vladimir Niciforović)

Schon bevor ich nach Berlin gegangen bin, habe ich angefangen, Deutsch zu lernen. Es gefällt mir, denn es ist eine sehr logische Sprache, jedenfalls in gewissem Maße. Ich habe viel Spaß an diesem Prozess. Es ist so schön, wenn man beginnt, eine neue Sprache zu lernen. Das ist eine Methode, das Gehirn agil zu erhalten und neue Dinge zu entdecken. Ich weiß nicht, wie lange das so bleibt, aber bisher genieße ich es.

KOSMO: Arbeiten Sie bereits an irgendeinem Projekt?


Lana Bastasic: Ich lebe derzeit in der DAAD-Residenz in Berlin. Ich habe mich dort mit einer Romanidee beworben, an der ich auch arbeite. Im Moment ist es nur sehr schwer, alle Reisen, Lesungen und das Schreiben unter einen Hut zu bringen, daher kommt der Roman nur langsam voran. Ich bin keine dieser Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die in kurzer Zeit viele Bücher herausbringen. Ich arbeite lieber langsamer. Selbst wenn ich in meinem ganzen Leben nur zwei oder drei Romane schreibe, reicht mir das völlig. Ich werde jetzt nicht verraten, worum es dabei geht, denn jedes Mal, wenn ich eine Idee verrate, vergeht mir die Lust am Schreiben (lacht). Ich würde nur sagen, dass das zentrale Thema die Nostalgie ist, und hinzufügen: Wenn der erste Roman „Uhvati zeca“ lebendig war, dann wird dieser viel ruhiger. So viel kann ich schon verraten.

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KO KOSMO-Redaktion
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