Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Amokfahrt

Leipzig: Psychiatrie entließ Amok-Fahrer einen Tag vor Bluttat

Leipzig: Psychiatrie entließ Amok-Fahrer einen Tag vor Bluttat
(FOTO: EPA / FILIP SINGER)
2 Min. Lesezeit |

Leipzig im Schock: Eine Amokfahrt mitten in der Innenstadt hinterlässt Tote, Verletzte – und brisante Fragen zur Vorgeschichte des Täters.

Dramatische Szenen spielten sich am Montag im Herzen von Leipzig ab: Eine Amokfahrt forderte das Leben einer 63-jährigen Frau und eines 77-jährigen Mannes. Am frühen Abend fuhr der Tatverdächtige mit einem weißen VW Taigo vom Augustusplatz über den Marktplatz und erfasste dabei mehrere Personen. Augenzeugen zufolge war der Fahrer mit mindestens 50 km/h, stellenweise sogar mit bis zu 80 km/h unterwegs.

Verdächtiger bekannt

Wie die „Bild“ berichtet, handelt es sich beim Verdächtigen um den 33-jährigen deutschen Staatsbürger Jeffrey K. aus der Region Leipzig. Er wurde noch im Fahrzeug festgenommen und leistete dabei keinen Widerstand. Der Mann war den Behörden bereits vor dem Vorfall bekannt.

Besonders brisant: K. soll bis kurz vor der Tat in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht gewesen sein – wurde dort jedoch am Sonntag entlassen, nachdem er gegenüber anderen Patienten aggressives Verhalten gezeigt hatte.

Drei weitere Personen erlitten schwere Verletzungen, insgesamt sind rund 80 Menschen von dem Vorfall betroffen. Nach aktuellem Ermittlungsstand schließen die Behörden einen religiös oder politisch motivierten Terroranschlag aus. Leipzigs Leitende Oberstaatsanwältin Claudia Laube bestätigte, dass die Ermittler von einer Amoktat ausgehen.

Reaktionen aus Politik

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagierte mit tiefer Betroffenheit: „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien.“ Kretschmer kündigte zudem an, alles dafür zu tun, die Tat rasch und lückenlos aufzuklären.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung und Sachsens Innenminister Armin Schuster richteten ihren Dank an jene Menschen, die am Tatort schnell und besonnen reagiert hatten. Passanten hätten unmittelbar geholfen und Wasser gereicht. Für die Betroffenen war außerdem ein Kriseninterventionsteam im Einsatz.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen