Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Badeunfall

Mädchen (4) stirbt im Hotelpool: Was bisher bekannt ist

Mädchen (4) stirbt im Hotelpool: Was bisher bekannt ist
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Familienurlaub an der Adria endet mit einer Tragödie und wirft nun ernste Fragen über Sicherheit und Verantwortung auf.

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Tod eines vierjährigen Mädchens aus Österreich in einem Hotelpool des norditalienischen Badeorts Milano Marittima dauern an. Im Visier der Behörden befinden sich der 56-jährige Vater des Kindes sowie die beiden Hotelbetreiber – ein 58-Jähriger und ein 68-Jähriger – gegen die der Vorwurf der fahrlässigen Tötung erhoben wurde, wie aus Justizkreisen zu erfahren war.

Zentraler Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, ob die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Poolbereich den Anforderungen entsprachen. Zum Zeitpunkt des Vorfalls war das Schwimmbecken geschlossen, und kein Bademeister war vor Ort. Die Anlage ist durch eine Sichtschutzwand von der Straße abgetrennt und weist eine Wassertiefe zwischen 70 und 150 Zentimetern auf.

Fatale Minuten

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte die Familie kurz vor dem Unglück gemeinsam zu Mittag gegessen. Danach begab sich die Mutter gemeinsam mit den beiden älteren Töchtern auf das Hotelzimmer, während der Vater mit der Vierjährigen im Aufenthaltsbereich zurückblieb. Den bisherigen Ermittlungsergebnissen nach folgte er seiner Frau und den anderen Kindern rund zehn Minuten später – nachdem er seine Tochter gebeten hatte, auf ihn zu warten.

Aufnahmen der hoteleigenen Überwachungskameras zeigten laut Ermittlern, wie das Mädchen die Treppe vom Hotelgebäude hinunter zum Poolbereich nahm und den Eingang zum Schwimmbecken erreichte. Was sich danach abspielte, ist auf den Kamerabildern nicht festgehalten. Etwa zehn Minuten später betraten zwei junge Hotelgäste die Poolanlage, um zu schwimmen. Dabei entdeckten sie eine reglose Gestalt im Wasser. „Wir dachten anfangs, im Pool würde eine Puppe schwimmen“, berichtete ein junger Zeuge den Ermittlern.

Die beiden Jugendlichen zogen das Kind aus dem Becken und alarmierten umgehend das Hotelpersonal. Ein zufällig anwesender Arzt unter den Gästen leitete sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, die kurz darauf von eintreffenden Rettungskräften übernommen wurden. Das Mädchen erlag jedoch noch im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Obduktion angesetzt

Die Obduktion ist für Mittwoch angesetzt und wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft Ravenna in Auftrag gegeben, die die Ermittlungen leitet. Der Vater war nach dem Unglück zunächst gemeinsam mit seiner Frau und den beiden anderen Töchtern nach Österreich zurückgereist und traf am Montag erneut in Ravenna ein.

Der Samstag, an dem das Kind ums Leben kam, wäre planmäßig der letzte Tag des Familienurlaubs an der Adriaküste gewesen.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen