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Aufstieg

Mit 19 Welt- und Europameister: Wie sich Lamine Yamal nach ganz oben kämpfte

Mit 19 Welt- und Europameister: Wie sich Lamine Yamal nach ganz oben kämpfte
FOTO: EPA/WILL OLIVER
4 Min. Lesezeit |

Vom Hinterhof in Rocafonda auf den Gipfel des Weltfußballs – Lamine Yamals Geschichte beginnt dort, wo kaum jemand hinschaut.

Lamine Yamal Nasraoui Ebana kam am 13. Juli 2007 in Esplugues de Llobregat zur Welt, einem Vorort südwestlich von Barcelona. Mit 19 Jahren steht er auf dem Gipfel des Weltfußballs – Europameister, Weltmeister, Träger der Rückennummer zehn beim FC Barcelona. Wer wissen will, wo diese Geschichte ihren Ursprung hat, muss nach Rocafonda schauen, einem Stadtteil von Mataró, geprägt von Einwanderung, Enge und dem täglichen Ringen ums Vorwärtskommen.

Sein Vater ist marokkanischer Herkunft, seine Mutter stammt aus Äquatorialguinea. Die Eltern trennten sich früh, und seine Großmutter Fatima übernahm eine tragende Rolle in seiner Erziehung. Reichtum kannte die Familie nicht, doch seine Eltern ließen nichts unversucht, um ihm Chancen zu eröffnen, die das Viertel selbst kaum bot.

In einem persönlichen Gespräch mit dem spanischen Journalisten José Ramón de la Morena schilderte Yamal später, wie schwierig die ersten Jahre seiner Familie waren. Seine Eltern hätten zunächst in einer Einrichtung für junge Familien gewohnt. Danach seien sie wiederholt bei Freunden untergekommen, die ihnen jeweils ein Zimmer überließen.

„Wir lebten in einer Wohnung, in der Küche und Schlafzimmer am selben Ort waren“, erinnerte sich Yamal an die beengten Verhältnisse seiner Kindheit.

Seine Mutter Sheila Ebana musste viel arbeiten, um für ihren Sohn sorgen zu können. Gemeinsame Zeit war deshalb oft erst spät am Abend möglich. „Meine Mutter konnte wegen der Arbeit nicht oft bei mir sein, aber sie machte mir abends immer das Essen“, erzählte der Fußballer.

Weg durch La Masia

Den organisierten Fußball lernte Yamal beim CF La Torreta kennen. Mit sieben Jahren öffneten sich die Tore von La Masia, der legendären Nachwuchsschmiede des FC Barcelona. Er übersprang Jahrgangsstufen, ließ Gleichaltrige hinter sich und debütierte am 29. April 2023 im Alter von gerade einmal 15 Jahren für die Profimannschaft der Katalanen.

Den endgültigen Beweis seiner außergewöhnlichen Klasse lieferte Yamal bei der Europameisterschaft 2024. Im Halbfinale gegen Frankreich erzielte er im Alter von 16 Jahren und 362 Tagen ein spektakuläres Tor und machte sich damit zum jüngsten Torschützen in der Geschichte des Turniers. Spanien bezwang England im Finale, Yamal wurde als bester junger Spieler des Wettbewerbs ausgezeichnet, sein Treffer gegen Frankreich zum schönsten Tor der Europameisterschaft gewählt.

Wenige Monate später folgte die Kopa-Trophäe, die ihn offiziell zum weltbesten Spieler unter 21 Jahren krönte. In der Saison 2024/25 holte Barcelona unter seiner maßgeblichen Beteiligung die spanische Meisterschaft, den Pokal und den Supercup. Im Sommer 2025 verlängerte der Klub seinen Vertrag bis 2031 und überreichte ihm die Rückennummer zehn, die einst Legenden wie Ronaldinho und Messi getragen hatten.

WM-Triumph 2026

In der darauffolgenden Saison führte Yamal die Blaugrana erneut zum Meistertitel und wurde zum besten Spieler der Liga gewählt. Der vorläufige Höhepunkt dieser noch jungen Karriere datiert auf den 19. Juli 2026: Im WM-Finale in East Rutherford, New Jersey, bezwang Spanien Argentinien nach Verlängerung mit 1:0. Den entscheidenden Treffer erzielte Ferran Torres in der 106. Minute – und Yamal stand, mit 19 Jahren, als Welt- und Europameister da.

Und Yamal vergisst nicht, woher er kommt. Nach Toren formt er mit den Fingern die Zahl 304 – die Postleitzahl von Rocafonda. Für die Menschen in seinem alten Viertel ist er längst mehr als ein Fußballer:

Er ist der Beweis, dass der Weg nach oben auch aus den hintersten Ecken der Stadt führen kann.

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KO KOSMO-Redaktion
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