Zwei Äxte, dunkle Roben und blanke Panik: Ein Vorfall in der Wiener U6 sorgt für Aufsehen – und offene Fragen.
Szenen wie aus einem Horrorfilm spielten sich am Samstag kurz nach 13 Uhr in der Wiener U6 ab – zumindest aus der Perspektive eines Fahrgasts, der das Erlebte anschließend schilderte. In einem der Waggons befand sich ein Mann in dunkler Robe, der offen eine Axt mit sich trug. Nicht weit von ihm entfernt war eine Frau zu sehen, die ebenfalls mit einer Axt unterwegs war. Unter den Mitreisenden brach daraufhin Panik aus.
Ein Fahrgast hielt die Situation fotografisch fest, während die U6 in Richtung Wien-Siebenhirten fuhr. Kurz danach fasste sich der Zeuge ein Herz und sprach das Paar direkt an – mit der Bitte, die Bahn zu verlassen. „Die anderen Fahrgäste haben sich von ihnen entfernt und wollten nur noch aussteigen. Das Paar nahm meine Bitte etwas süffisant zur Kenntnis“, schilderte der Wiener gegenüber „Heute“.
Kein Polizeieinsatz
An der Station Wien-Alterlaa endete die Fahrt für die beiden schließlich: Das Paar stieg aus. Zu einem Einsatz der Wiener Linien oder der Polizei kam es vor Ort nicht. Dabei gilt in der U-Bahn und im gesamten Netz der Wiener Linien ein ausdrückliches Verbot des sichtbaren Tragens von Waffen jeglicher Art. Die Wiener Linien verbieten in ihren aktuell gültigen Beförderungsbedingungen ausdrücklich das Führen von Schusswaffen sowie das sichtbare Tragen von Waffen aller Art – lediglich Organe der Exekutive, Finanzverwaltung und Landesverteidigung sind während der Dienstausübung ausgenommen.
Darüber hinaus schließen die Beförderungsbedingungen des Unternehmens die Mitnahme gefährlicher Gegenstände sowie jegliches Verhalten, das andere Fahrgäste gefährden könnte, explizit aus. In den Hausordnungen der Wiener Linien wird das Hantieren mit scharfen oder spitzen Gegenständen als Handlung genannt, die eine Gefahr für andere Personen darstellen kann und daher unzulässig ist.