Ein verurteilter Kriegsverbrecher, ein gespaltenes Belgrad und eine klare Botschaft aus Brüssel – Mladics Beerdigung wird zum Politikum.
Die Europäische Kommission hat die Verantwortung der serbischen Behörden im Zusammenhang mit der bevorstehenden Beerdigung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic unterstrichen. Brüssel machte dabei unmissverständlich klar, dass jede Form der Verherrlichung von Kriegsverbrechern mit europäischen Grundwerten unvereinbar sei und man weder in der Europäischen Union (EU) noch in den Beitrittskandidatenstaaten Platz dafür habe.
Brüssels Klare Ansage
Mladic war vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden und starb in der Haftanstalt im niederländischen Scheveningen. In einer Stellungnahme gegenüber Radio Free Europe hielt die Kommission fest: „Die Europäische Kommission ist der Ansicht, dass jede Verherrlichung von Kriegsverbrechern den grundlegendsten europäischen Werten widerspricht.“ Zugleich verwies Brüssel darauf, dass es letztlich Sache der serbischen Behörden sei, über die Modalitäten der Beisetzung zu entscheiden – sofern diese in Serbien stattfinde.
Belgrads gespaltenes Bild
In Belgrad zeichnet sich derweil ein gespaltenes Bild ab. Justizminister Nenad Vujic stellte höchste Staatsehren für die Beerdigung in Aussicht, während Präsident Aleksandar Vucic einen deutlich zurückhaltenderen Ton anschlug. Er erklärte, der Wunsch der Familie sei maßgeblich für den Ort der Beisetzung. Sollte dieser in Serbien liegen, sei man bereit, die Beerdigung auf würdige und angemessene Weise zu begleiten.