Traditionslokal mit 170-jähriger Geschichte steht vor dem Aus: Nach gescheitertem Sanierungsversuch muss das beliebte Wiener Heurigen-Restaurant „Wambacher“ erneut Insolvenz anmelden.
Das seit 170 Jahren bestehende Restaurant hat sich mit seinem legendären Wambacher-Schnitzel und dem idyllischen Innenhofgarten einen Namen gemacht. Auf der Unternehmenswebsite wird das kulinarische Angebot beschrieben: „Neben der gutbürgerlichen böhmischen Küche servieren wir stets regionale und saisonale Köstlichkeiten aus Österreich, moderne attraktive Gerichte aus der traditionellen Wiener Küche, vegetarische Schmankerl sowie einen traumhaften Kaiserschmarren. Unser Gastgarten ist durch den Altbaumbestand auch im Sommer schattig und lädt zum Verweilen ein.“
Im Februar 2024 musste die Masek Genuss GmbH, die das Heurigen-Restaurant „Wambacher“ in Wien-Hietzing betreibt, ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Handelsgericht Wien (Geschäftszahl 6 S 43/24a) einleiten. Der Plan sah vor, das Unternehmen durch einen bestätigten Sanierungsplan mit anteiliger Gläubigerbefriedigung fortzuführen. Obwohl der Sanierungsplan im Juni 2024 angenommen wurde und laut Creditreform bereits zwei Teilquoten beglichen werden konnten, stellte das Unternehmen nun erneut einen Insolvenzantrag. Von dieser neuerlichen Pleite sind 13 Mitarbeiter betroffen.
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Gescheiterte Sanierung
„In der Anfangsphase des Sanierungsverfahrens war die Gesellschaft in der Lage, die vorgesehenen Quotenzahlungen ordnungsgemäß zu leisten. Ab dem Frühjahr 2025 verschlechterte sich die Liquiditätslage jedoch zunehmend. Die im April 2025 fällige Quote konnte nicht mehr fristgerecht in voller Höhe erbracht werden und wurde daher in Ratenzahlungen an die Gläubiger geleistet; die vollständige Begleichung erfolgte bis September 2025. Die Oktober 2025-Quote konnte in weiterer Folge nicht mehr bedient werden„, heißt es im Antrag.
„Ausschlaggebend hierfür war eine nachhaltige Überforderung der laufenden Liquidität durch strukturell hohe Fixkosten, insbesondere durch erhebliche Abgabenlasten sowie Lohnnebenkosten. Zusätzlich waren zeitweise doppelte Gehaltsverpflichtungen zu tragen. Diese Belastungen konnten trotz laufender betrieblicher Anpassungen nicht mehr aus dem operativen Geschäft kompensiert werden.“
Wirtschaftliche Probleme
Die finanziellen Probleme resultieren aus sinkenden Besucherzahlen und rückläufigem Konsumverhalten. Zusätzlich belastete die Besteuerung der Trinkgelder das Unternehmen. Erschwerend kamen ein Wasserrohrbruch während des laufenden Betriebs sowie Verzögerungen bei der Überweisung der Pachtgebühren hinzu.
„Hervorzuheben ist, dass die Geschäftsführung zu jedem Zeitpunkt umgehend organisatorische und wirtschaftliche Anpassungsmaßnahmen im laufenden Betrieb gesetzt hat, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Die kontinuierlichen Anpassungen und Restrukturierungsbemühungen ergeben sich auch aus den laufenden Unterlagen und Auswertungen des steuerlichen Vertreters. Eine schuldhafte Untätigkeit oder Verzögerung lag zu keinem Zeitpunkt vor.“
„Trotz zahlreicher Bemühungen und erheblicher Schwierigkeiten war es nicht möglich, die Sanierung erfolgreich abzuschließen“, wird im Antrag weiter ausgeführt.
„Die kumulative Wirkung einer angespannten Ertragslage, der erhöhten Kostenstruktur sowie der fehlenden Möglichkeit, kurzfristig zusätzliche Liquidität zu generieren, führte dazu, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortführung der Sanierung nicht mehr gegeben waren.
Mangels ausreichender Mittel zur Erfüllung der weiteren Sanierungsplanquoten musste schließlich festgestellt werden, dass die Sanierung gescheitert ist.“