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Bildungskosten

Nachhilfe wird immer teurer: Eltern zahlen bis zu 800 Euro pro Kind

Nachhilfe wird immer teurer: Eltern zahlen bis zu 800 Euro pro Kind
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3 Min. Lesezeit |

Teure Bildungslücken in Tirol: 7,7 Millionen Euro fließen jährlich in Nachhilfe, während jedes siebte Schulkind zusätzliche Unterstützung braucht – trotz kostenloser Alternativen.

Jedes siebte Schulkind benötigte im vergangenen Schuljahr kostenpflichtige Nachhilfe. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der Arbeiterkammer Tirol hervor. Die finanziellen Aufwendungen summierten sich auf etwa 7,7 Millionen Euro, wobei Tiroler Eltern durchschnittlich 660 Euro pro Kind investierten. Bemerkenswert ist, dass trotz vorhandener kostenfreier Lernangebote wie der AK-Lernbegleitung die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum anstiegen. Mathematik bleibt mit 65 Prozent das Problemfach Nummer eins – ein Anstieg um acht Prozentpunkte gegenüber der letzten Erhebung.

Die Nachfrage nach zusätzlicher Lernunterstützung wuchs laut AK-Studie um zwei Prozentpunkte auf insgesamt 14 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg an AHS-Oberstufen, wo mittlerweile 36 Prozent der Schülerinnen und Schüler Nachhilfe benötigen. Auffällig entwickelte sich die Situation an Volksschulen: Hier verdoppelte sich der Anteil auf 21 Prozent.

Neben Mathematik bereitet auch Deutsch vielen Kindern Schwierigkeiten – 44 Prozent benötigten hier Unterstützung, während 21 Prozent in Fremdsprachen zusätzliche Hilfe in Anspruch nahmen. Die kostenpflichtige Nachhilfe erfolgte vorwiegend durch Institute (30 Prozent) oder Lehrkräfte (27 Prozent).

Bundesländer-Vergleich zeigt deutliche Unterschiede

Im österreichweiten Vergleich zeigt sich die Situation in Tirol noch moderat: In der Steiermark lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit bezahlter Nachhilfe bei 30 Prozent – mehr als doppelt so hoch wie in Tirol. Die steirischen Eltern gaben insgesamt 16,3 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Der Durchschnittspreis für eine 90-minütige Einzelstunde betrug österreichweit 64,58 Euro, was die erheblichen regionalen Preisunterschiede verdeutlicht.

Gründe für Nachhilfe

Die Motive für die Inanspruchnahme externer Lernhilfe sind unterschiedlich. Mehr als die Hälfte der Eltern (54 Prozent) gab an, dass die Verbesserung der Schulnoten im Vordergrund stand. Für 22 Prozent war die Sorge vor einer Klassenwiederholung oder einer Nachprüfung ausschlaggebend. Die finanzielle Dimension der Nachhilfe stellt für 56 Prozent der betroffenen Familien eine spürbare Belastung dar.

Trotz der hohen Nachfrage nach kostenpflichtiger Nachhilfe nutzen 25 Prozent der Tiroler Schülerinnen und Schüler kostenlose schulische Lernhilfeangebote, die vor allem im Rahmen der Nachmittagsbetreuung stattfinden. Zusätzlich besuchen 30 Prozent regelmäßig den schulischen Förderunterricht, wobei 38 Prozent diesen unregelmäßig in Anspruch nehmen.

AK-Präsident Erwin Zangerl forderte in einer Stellungnahme weitreichende Reformen im Bildungsbereich. Seine Vorschläge umfassen eine Personalinitiative zur Entlastung der Eltern, eine grundlegende Neuausrichtung des Mathematikunterrichts sowie Budgetmittel für Schulmaterialien.

Zusätzlich plädiert er für ein spezielles Entlastungspaket für Familien.

Studienmethodik

Die repräsentative Untersuchung der Arbeiterkammer wurde im Zeitraum von Februar bis Mai 2025 durchgeführt. In die Erhebung flossen die Antworten von 3.305 Haushalten mit insgesamt 4.998 Schülerinnen und Schülern aus ganz Österreich ein, darunter 401 Tiroler Haushalte. Die Datenerhebung erfolgte sowohl telefonisch als auch online.

Berufsschulen und Akademien wurden in der Studie nicht berücksichtigt.