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Evakuierung

Nahost-Evakuierung: Wer zahlt die Rettungsflüge nach Österreich?

Nahost-Evakuierung: Wer zahlt die Rettungsflüge nach Österreich?
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Rückholflüge, Busse, EU-Koordination: Österreich mobilisiert alle Mittel, um seine Staatsbürger aus dem Nahen Osten heimzubringen.

Seit Mittwochabend kehren immer mehr österreichische Staatsbürger aus dem Krisengebiet im Nahen Osten in die Heimat zurück – mit tatkräftiger Unterstützung des Außenministeriums. Hintergrund der Evakuierung sind Angriffe der USA und Israels auf den Iran am Wochenende, die zu erheblichen Sicherheitsbedenken in der Region führten. Eine vom Ministerium gecharterte Maschine landete am Abend mit 151 Passagieren an Bord in Wien-Schwechat, nachdem sie von Maskat im Oman gestartet war. Für den Donnerstag waren zwei weitere Flüge der Austrian Airlines geplant, die insgesamt 480 Plätze umfassten und Österreicherinnen und Österreicher aus Riad sowie erneut aus Maskat zurückbringen sollten.

An der Organisation zusätzlicher Verbindungen für die nächsten Tage werde mit Hochdruck gearbeitet, teilte das Außenministerium mit. Nach Angaben des Ministeriums befinden sich rund 17.000 Österreicherinnen und Österreicher in der Krisenregion. Parallel dazu läuft die Koordination mit anderen EU-Mitgliedstaaten auf mehreren Ebenen. So konnten österreichische Staatsbürger am Donnerstag etwa einen tschechischen Flug von Jordanien nach Prag nutzen, um von dort aus weiterzureisen.

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Auch einzelne kommerzielle Verbindungen nehmen den Betrieb wieder auf – das Ministerium appelliert ausdrücklich daran, diese Möglichkeiten vorrangig in Anspruch zu nehmen, sofern sie verfügbar sind. Ergänzend dazu organisieren die österreichischen Botschaften vor Ort Busverbindungen für gestrandete Reisende: aus Katar in Richtung Saudi-Arabien sowie aus Dubai in den Oman, um den Betroffenen eine Weiterreise per Flug zu ermöglichen.

Kostenfrage offen

Offen war zunächst die Frage, wer für die staatlich organisierten Rückholflüge aufkommen muss. In Deutschland werden laut einem Bericht der Bild-Zeitung pro Person 500 Euro verrechnet, was einem marktüblichen Economy-Tarif entspreche. In Österreich existieren solche Pauschalregelungen nicht, wie das Außenministerium auf Anfrage klarstellte.

Für den ersten Charterflug, der Mittwochabend in Wien-Schwechat landete, werden den Passagieren keine Kosten in Rechnung gestellt, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Das schließe jedoch nicht aus, dass bei künftigen Evakuierungsflügen Selbstbehalte anfallen könnten. „Unser Fokus liegt aber jetzt woanders – nämlich darauf, den Menschen vor Ort rasch zu helfen und eine Rückkehrmöglichkeit zu organisieren“, so die Sprecherin.

Die Situation sei komplex, es gebe von Fall zu Fall unterschiedliche Vereinbarungen. Teils würden die Kosten auch von der EU übernommen.

EU-Mechanismus aktiv

Tatsächlich bestätigte die EU am Donnerstagabend ihre aktive Rolle bei der Rückholung gestrandeter Unionsbürger. Im Rahmen des ERCC (EU-Katastrophenschutzmechanismus) unterstützt die Kommission die Mitgliedstaaten bei der Rückführung ihrer Bürger aus dem Nahen Osten. Bis zum 5. März hatten zehn Länder diesen Mechanismus aktiviert: Belgien, Bulgarien, Tschechien, Frankreich, Italien, Zypern, Luxemburg, Rumänien, die Slowakei und Österreich.

Die EU beteiligt sich dabei auch finanziell – bis zu 75 Prozent der förderfähigen Flugkosten können erstattet werden, sofern mindestens 30 Prozent der verfügbaren Sitzplätze Bürgerinnen und Bürgern anderer EU-Staaten angeboten werden.