Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Versorgungskrise

Nahostkrieg stoppt Frachter – Dubai droht Lebensmittel-Kollaps innerhalb weniger Tage

Nahostkrieg stoppt Frachter – Dubai droht Lebensmittel-Kollaps innerhalb weniger Tage
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Der Nahostkonflikt trifft nun auch globale Lieferketten hart – und ein Logistikchef schlägt Alarm.

Der anhaltende Nahostkonflikt hinterlässt zunehmend deutliche Spuren in den globalen Lieferketten. Stefan Paul, Vorstandsvorsitzender des Logistikkonzerns Kühne+Nagel, äußert sich alarmiert: Weltweit fehlen derzeit rund 18 Prozent der verfügbaren Luftfrachtkapazitäten. Das Unternehmen verfolgt die Entwicklungen nach eigenen Angaben sehr genau. „Wir haben täglich Krisenmeetings, prüfen die Lage und schauen, dass es unseren Mitarbeitenden in der Region gut geht“, sagt Paul laut 20 Minuten gegenüber dem SRF.

Mehr zum ThemaIran-Krise trifft Österreichs Geldbörse hart

Drohende Engpässe

Sollte sich die Lage nicht rasch entspannen, erwartet der Kühne+Nagel-Chef spürbare Versorgungsengpässe. Ein Ausweichen auf den Landweg über Saudi-Arabien wäre zwar theoretisch denkbar, stoße jedoch schnell an seine Grenzen. Die vorhandenen Kapazitäten reichten kaum aus, um die Fracht auch nur eines einzigen Containerschiffs zu ersetzen – Schiffe, die häufig bis zu 20.000 Container an Bord haben und damit eine Menge transportieren, die per Lkw schlicht nicht zu bewältigen wäre.

Golfstaaten gefährdet

Betroffen sind sowohl der Luft- als auch der Seefrachtverkehr. Für Europa hält sich das Ausmaß der Störungen bislang in Grenzen – abgesehen von steigenden Energiepreisen sind die Lieferketten hier noch weitgehend stabil. In den Golfstaaten hingegen zeichnet sich eine deutlich angespanntere Situation ab. Dort könnten sich die Folgen rasch verschärfen. „Dubai hat zum Beispiel nur noch frische Lebensmittel für etwa zehn Tage„, warnt Paul. Besonders gefährdet sind frische Produkte wie Obst und Gemüse, da viele Länder der Region in hohem Maß auf Importe angewiesen sind.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen