Eine Drohne aus Belarus, Nato-Jets im Einsatz, ein Abschuss über litauischem Boden – die Ostflanke des Bündnisses gerät zunehmend unter Druck.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat bestätigt, dass eine aus Belarus stammende Drohne, die in den litauischen Luftraum eingedrungen war, von Nato-Kampfflugzeugen abgeschossen wurde. Die Drohne stürzte kurz darauf in der Nähe des Kaunas-Sees ab.
Nauseda erklärte: „Eine Drohne, die soeben in den litauischen Luftraum eingedrungen war, wurde von Nato-Kampfflugzeugen abgeschossen.“ Der Vorfall verdeutlicht nach Einschätzung der litauischen Führung die zentrale Rolle des Bündnisses für die Sicherheit der Region, die angesichts der anhaltenden russischen Aggression gegen die Ukraine unter erhöhtem Druck steht.
Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums wurden beim Abschuss Eurofighter Typhoon-Kampfflugzeuge der italienischen Luftwaffe eingesetzt, die im Rahmen der Nato-Luftverteidigungsmission am Stützpunkt Šiauliai stationiert sind.
Overnight, another drone incursion into Lithuania was reported, with NATO scrambling fighter jets and helicopters to shoot it down.
The drone reportedly entered the Kaunas area from the direction of Belarus. A spokesperson for the Lithuanian national crisis management centre… pic.twitter.com/xgAAT56jDu
— AMK Mapping 🇳🇿 (@AMK_Mapping_) September 15, 2026
Außenminister Kestutis Budrys richtete seinen Dank an die Nato-Verbündeten und betonte: „Dies ist das beste Beispiel für die Einheit und Entschlossenheit der Partner in der Praxis – es sendet eine klare Botschaft, dass die Nato wachsam, engagiert und bereit ist.“
Regionale Bedrohungslage
Polen hat infolge der russischen Drohnenaktivitäten präventive Lufteinsätze im eigenen Luftraum eingeleitet, die vorrangig auf jene Gebiete ausgerichtet sind, die in unmittelbarer Nähe potenzieller Bedrohungszonen liegen. Auch die drei baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland, die die Ukraine nachdrücklich unterstützen, melden wiederholt Drohneneindringlinge in ihren Lufträumen.
In der litauischen Hauptstadt Vilnius war im Mai erstmals eine Schutzanweisung infolge eines Drohnenalarms ausgelöst worden – ein Vorgang, der die anhaltenden Sicherheitsbedenken innerhalb der EU- und Nato-Mitgliedstaaten unterstreicht. Nur einen Tag vor dem jüngsten Vorfall hatte ein Nato-Kampfjet zudem eine ukrainische Drohne über Estland abgeschossen.
Die Nato hat ihre Ostflanke in diesem Zusammenhang bereits verstärkt – unter anderem durch die Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen.