Triumphale Worte, brennende Straßen: Während Netanjahu Siege verkündet, tobt der Widerstand im eigenen Land.
Benjamin Netanjahu hat in einer Fernsehansprache erklärt, Israel und die USA hätten bei ihren Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes erfolgreich zerstört. „Es ist uns gelungen, das Atomprogramm des Iran und sein Raketenprogramm zu zerstören“, sagte der israelische Regierungschef. Der Iran verfüge demnach über „keine funktionierende Urananreicherungsanlage“ mehr.
Unabhängige Berichte widersprechen dieser Darstellung jedoch: Das Atomprogramm des Iran wurde durch die Angriffe nicht zerstört. Israel und die USA hatten am 28. Februar 2026 einen Krieg gegen den Iran begonnen, doch die von Netanjahu verkündeten „riesigen Erfolge“ entsprechen nicht der dokumentierten Faktenlage.
Darüber hinaus seien die meisten Produktionsstätten für iranische Raketen vernichtet worden, so Netanjahu weiter. „Sie haben noch Raketen, sie haben noch Lager, aber das schrumpft.“ Die gemeinsamen Luftangriffe hätten „riesige Erfolge“ erzielt – ein Befund, den Netanjahu auch mit dem Verweis auf die geschwächte Stellung der iranischen Führung und ihrer regionalen Verbündeten untermauerte.
Proteste in Tel Aviv
Während Netanjahu seine Bilanz zog, gingen in Tel Aviv erneut Hunderte Menschen auf die Straße. Die Kriegsgegner richteten sich mit ihren Protesten direkt gegen den Regierungschef und riefen unter anderem „Nein zu endlosen Kriegen, nein zu einer Regierung des Todes“.
Libanon-Gespräche
Netanjahu äußerte sich in seiner Ansprache auch zur Lage im Libanon. Der Libanon habe „im vergangenen Monat mehrmals den Beginn direkter Friedensgespräche“ vorgeschlagen, sagte er. Seine Zustimmung habe er unter zwei Bedingungen erteilt: „Wir wollen die Entwaffnung der Hisbollah. Und wir wollen ein echtes Friedensabkommen, das über Generationen Bestand hat.“