Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Armutsrisiko

OECD-Studie: Bürger aus Drittstaaten in Österreich armutsgefährdet

OECD-Studie: Bürger aus Drittstaaten in Österreich armutsgefährdet
(Foto: iStockphoto)
2 Min. Lesezeit |

Die heute veröffentlichte Integrationsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) offenbart ein alarmierendes Bild für Bürger aus Drittstaaten in Österreich: Sie sind besonders armutsgefährdet, wobei das Land neben Frankreich den schlechtesten Wert aufweist. In Österreich ist das Armutsrisiko für Einwanderer viermal höher als für die einheimische Bevölkerung, was dringenden Handlungsbedarf signalisiert.

Trotz dieser ernüchternden Erkenntnisse verzeichnet die Studie insgesamt einen positiven Trend in Bezug auf die Integrationsentwicklung in der OECD und der Europäischen Union (EU), verglichen mit dem vergangenen Jahrzehnt. Erfreulicherweise hat die wahrgenommene Diskriminierung sowohl in Österreich als auch in Deutschland abgenommen. Die OECD spricht von „bedeutenden Fortschritten“, vor allem hinsichtlich der Integration in den Arbeitsmarkt.

Jedoch besteht das Problem weiterhin, dass zahlreiche Bürger aus Drittstaaten unterhalb ihrer Qualifikationen arbeiten müssen, was auch Österreich betrifft. Dazu kommt, dass der Bildungsgrad von mehr als einem Drittel aller im EU-Ausland geborenen Personen nicht höher als der Grundschulabschluss ist – ein Anteil, der mehr als doppelt so hoch ist wie bei der einheimischen Bevölkerung.

Erfreulich hingegen ist die Tatsache, dass sich die Kluft zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung, etwa in Bezug auf die PISA-Tests, verringert hat. Dies könnte auf eine zunehmende Inanspruchnahme von Kindertagesstätten zurückzuführen sein.

Trotz dieser Verbesserungen gibt es jedoch keine signifikanten Fortschritte hinsichtlich der Lebensbedingungen der Einwanderer, was weiterhin Anlass zur Sorge gibt. So leben beispielsweise mehr als ein Sechstel der Einwanderer in der EU und im OECD-Raum in überbelegten Wohnungen, ein Anteil, der um 70 Prozent höher ist als bei der einheimischen Bevölkerung. Die Armutsquote von Kindern aus Migrantenhaushalten liegt in den meisten Ländern mindestens 50 Prozent über der ihrer einheimischen Altersgenossen.

Die Ergebnisse der OECD-Integrationsstudie zeigen, dass trotz einiger Erfolge die Lebensbedingungen von Einwanderern, insbesondere in Österreich, nach wie vor besorgniserregend sind.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen