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Integrationsdebatte

Muslimin fordert Gebetsraum: Wiener Deutschtrainer verliert nach zehn Jahren Job

Muslimin fordert Gebetsraum: Wiener Deutschtrainer verliert nach zehn Jahren Job
Foto: istock
2 Min. Lesezeit |

Ein Vorwurf reichte aus, um eine zehnjährige Karriere zu beenden – und der Fall sorgt nun für politischen Zündstoff.

Ein Wiener Sprachtrainer mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung hat seinen Job verloren – ausgelöst durch eine Beschwerde einer Kursteilnehmerin, die einen separaten Gebetsraum gefordert und schwere Anschuldigungen gegen ihn erhoben hatte.

Der als K. bekannte Lehrer unterrichtete seit einem Jahrzehnt Deutsch in Wien, als es in einem seiner Kurse zu einem Konflikt kam. Eine Teilnehmerin, die erst seit sechs Monaten in Österreich lebte, verlangte einen eigenen Raum zum Beten. Als diesem Wunsch nicht entsprochen werden konnte, eskalierte die Situation.

K. suchte das Gespräch mit seinen Vorgesetzten und lotete aus, ob ein Gebet im Klassenzimmer möglich wäre – eine Einigung, die die Spannungen jedoch nicht dauerhaft entschärfen konnte.

Schwere Vorwürfe

Die Lage verschärfte sich, als K. die Teilnehmerin aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht zur A2-Prüfung zuließ. Daraufhin reichte sie eine formelle Beschwerde ein, in der sie ihn der Islamophobie und des Rassismus bezichtigte. K. erinnert sich an ihre Worte: „Wie rassistisch ist Österreich? Wo ist eure Demokratie? Wo ist die Religionsfreiheit?“

Obwohl er nach eigenen Angaben jeden einzelnen Vorwurf widerlegen konnte und zahlreiche Unterstützer seine Darstellung bestätigten, sah er sich letztlich unter Druck gesetzt. Einer drohenden fristlosen Kündigung zuvorzukommen, unterzeichnete er eine einvernehmliche Auflösung seines Arbeitsverhältnisses. „Mein Chef hat mir gekündigt, obwohl ich jeden einzelnen Vorwurf widerlegt habe“, sagte K.

Die beteiligte Bildungseinrichtung wies die Schilderungen des Lehrers entschieden zurück und betonte ihr Bekenntnis zu Respekt und Gleichbehandlung. Der Kurs war über das Arbeitsmarktservice Wien organisiert worden. K. ist inzwischen nicht mehr als Deutschtrainer tätig und hat eine neue Anstellung gefunden.

FPÖ greift auf

Politisch wurde der Fall von der FPÖ aufgegriffen. Die Partei sieht darin eine Bestätigung ihrer Kritik an der Integrationspolitik. Die in der Wiener Tageszeitung Heute geschilderten Zustände seien, so die FPÖ, „eine niederschmetternde Bestätigung der gescheiterten Integrationspolitik“ – und forderte klare Konsequenzen für störendes Verhalten in Integrationskursen.

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KO KOSMO-Redaktion
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