Ein verlassenes Kloster, eine Baronin und Frank Gehry – auf einer kroatischen Insel entstand daraus etwas Einzigartiges.
Als Francesca Thyssen-Bornemisza das erste Mal durch die verwitterten Mauern des verlassenen Komplexes schritt, war es mehr als bloße Neugier, die sie antrieb. Die österreichische Baronin und leidenschaftliche Kunstsammlerin spürte in den stillen Gängen noch immer den Geist der Franziskanermönche, die hier einst gelebt und gebetet hatten – und sie beschloss, diesem Ort seine Seele zurückzugeben.
Was folgte, war ein aufwendiges Restaurierungsprojekt, das ein Gebäude aus dem Jahr 1483 in einen außergewöhnlichen Ort zwischen luxuriösem Refugium und privatem Museum verwandelte. Thyssen-Bornemisza initiierte und finanzierte das Vorhaben aus eigenen Mitteln und holte für die konzeptionelle Begleitung niemand Geringeren als den weltberühmten Architekten Frank Gehry als Berater an Bord.
Klosterzellen als Apartments
Die ehemals dreizehn schlichten Mönchszellen wurden zu fünf weitläufigen Apartments zusammengeführt, die heute mit erlesenen Renaissance- und Gotik-Möbeln aus dem Bestand der Familiensammlung Thyssen-Bornemisza ausgestattet sind. Die Innengestaltung verantwortete die Architektin Rujana Bergam Morkovic gemeinsam mit dem Zagreber Büro Arhitektri – mit dem erklärten Ziel, historische Substanz und zeitgenössische Eleganz zu einer stimmigen Einheit zu verbinden.
Garten und Meereszugang
Zum Ensemble gehören auch ein „heiliger Garten“ mit neun Meditationszonen sowie ein Renaissancegarten, in dem rund achtzig Pflanzenarten gedeihen. Einen besonderen Reiz verleiht dem Anwesen der direkte Meereszugang durch eine natürliche Höhle im Fels. Die historische Anlage, die im Laufe der Jahrhunderte Angriffe und Verfall überstanden hat, ist von April bis Oktober für Gäste geöffnet und bietet nach Angaben des Reiseportals Putni kofer einen einzigartigen Einblick in das „Leben eines Sammlers“ – mitten im Herzen der Elaphitischen Inseln vor der Küste Dubrovniks.