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Klimawarnung

Pazifik heizt sich auf – „Super El Niño“ 2026 im Anmarsch

Pazifik heizt sich auf  – „Super El Niño“ 2026 im Anmarsch
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Klimaphänomen kehrt zurück – und diesmal könnte es heftiger werden als je zuvor. Die Welt bereitet sich vor.

Das Wetterphänomen „El Niño“ – im Spanischen wörtlich „der Junge“ oder „das Kind“ – geht auf eine Veränderung der Meeresströmungen im tropischen Pazifik zurück und kann weitreichende, teils gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Das Phänomen tritt in unregelmäßigen Abständen von zwei bis sieben Jahren auf und könnte Prognosen zufolge im Jahr 2026 erneut auftreten. Die Hinweise auf ein Wiederauftreten verdichten sich dabei zusehends – und es wird bereits von einem möglichen „Super El Niño“ gesprochen, das 2026 deutlich intensiver ausfallen könnte als frühere Ereignisse. Die Folgen wären verstärkte Extremwetter-Ereignisse wie Hitzewellen, Dürre, Gewitter, Hochwasser und schwere Stürme.

Grundlage dieser Einschätzungen sind Prognosedaten aus mehreren Wettermodellen, die auf eine Erwärmung des oberflächennahen Meerwassers im tropischen Pazifik in den kommenden Monaten hindeuten. Das Ausmaß dieser Erwärmung wäre dabei entscheidend für die Reichweite der Folgen – bemessen wird sie am sogenannten „Niño-3.4-Wert“, der die Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen im Pazifik gegenüber dem langjährigen Durchschnitt erfasst.

Super El Niño

Eine wissenschaftlich verbindliche Definition für einen „Super El Niño“ existiert nicht, und der Begriff gilt auch nicht als offizieller Fachausdruck. Er bringt lediglich zum Ausdruck, dass die Auswirkungen stärker als gewöhnlich ausfallen. Zuletzt traf dies auf die Ereignisse 2015/2016 zu, davor auf jene von 1997/1998. Auch die Periode 2023/2024 war durch extreme Hitze infolge einer „El Niño“-Entwicklung geprägt – erreichte jedoch nicht die Intensität der „Super“-Kategorie. Das El-Niño-Ereignis 2023/2024 war dennoch eines der fünf stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen und trug wesentlich dazu bei, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen wurde.

In Jahren mit ausgeprägtem „El Niño“ kam es zu extremen Temperaturen, Dürren in Südostasien und Afrika sowie zu schweren Überschwemmungen in Südamerika und Teilen der Vereinigten Staaten. In Europa sind die Folgen zwar vergleichsweise abgemildert, dennoch haben auch hierzulande die Menschen im Sommer zunehmend mit hohen Temperaturen und Wasserknappheit zu kämpfen.

Expertenstimmen

Klimaforscher Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel erläutert gegenüber dem „Spiegel“, dass die aktuelle Entwicklung im Pazifik „wie nach Lehrbuch“ verlaufe. Latif, der den „Super El Niño“ von 1997/1998 korrekt vorhergesagt hatte, wertet die charakteristischen Schübe von Westwinden im Pazifik als starkes Indiz. Diese schwächen die Passatwinde ab, was zu einem Wärmestau führt und sich bereits jetzt in gestiegenen Meerestemperaturen vor der Küste Perus niederschlägt.

Klimaforscherin Friederike Otto erklärt im Bayerischen Rundfunk, dass eine reale Gefahr bestehe, da sich die Welt durch Treibhausgase bereits erwärmt hat. „El Niño“ könne die Prozesse des Klimawandels verstärken. Andrej Flis vom Wetterdienst Severe Weather Europe hebt den verstärkenden Effekt hervor und erklärt, dass eine intensive Erwärmung des tropischen Pazifiks den Jetstream verändern und einen Domino-Effekt auslösen kann, der sich global auswirkt. Dies mache das Phänomen auch zu einer ökonomischen Gefahr, die angesichts globaler Krisen ernst genommen werden sollte.

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KO KOSMO-Redaktion
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