Während ein Unwetter aufzog, fehlte plötzlich ein 75-jähriger Ausflügler. Die Polizei startete eine Großsuche – bis der Vermisste sich völlig überraschend aus Wien meldete.
Eine Busreise ins Burgenland nahm eine unerwartete Wendung, als die Gruppe wegen aufziehenden Unwetters früher als geplant die Heimreise antreten wollte. Unter den 45 Ausflüglern fehlte plötzlich ein Teilnehmer. Nach intensiven Suchmaßnahmen konnte schließlich Entwarnung gegeben werden.
Die Tagesfahrt sollte den Teilnehmern eigentlich einen entspannten Feiertag bescheren. Eine gemischte Reisegruppe hatte sich auf den Weg nach Klostermarienberg im Bezirk Oberpullendorf gemacht, um dort die ländliche Atmosphäre zu genießen. Der kleine Ort mit seinen rund 330 Einwohnern ist besonders für seine herbstlichen Kastanienfeste bekannt.
Gegen Mittag erreichte der Reisebus aus dem Bezirk Eisenstadt mit gut gelaunten Passagieren das Ausflugsziel. Der Plan sah vor, den Nachmittag in gemütlicher Runde zu verbringen.
Plötzliches Verschwinden
Die Ausflügler verteilten sich im Ort, mit der Absprache, um 18 Uhr wieder am Bus zu sein. Doch das Wetter verschlechterte sich zusehends, dunkle Wolken zogen auf. Der Busfahrer entschied, die Rückfahrt um zwei Stunden vorzuverlegen.
Er kontaktierte telefonisch alle Teilnehmer, um sie über die geänderten Pläne zu informieren. Nur der 75-jährige Rainer H. aus Wien-Margareten war nicht erreichbar, wie Mitreisende später berichteten.
Da der Wiener bereits seit längerer Zeit von niemandem mehr gesehen worden war, verständigte der Chauffeur die Polizei und meldete den Senior als vermisst. Anhand der Personenbeschreibung – 1,70 Meter groß, kräftige Statur, kurzes graues Haar und grüne Jacke – begannen die Einsatzkräfte mit der Suche.
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Großangelegte Suche
Parallel dazu versuchten sie wiederholt, den Pensionisten auf seinem Mobiltelefon zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Das Handy selbst war in den Funkmasten von Unterloisdorf eingeloggt, doch im Umkreis von zwei Kilometern konnte der Vermisste nicht gefunden werden.
Die Polizei weitete ihre Suche auf das umliegende Gebiet aus, während Beamte in Wien mehrfach an der Wohnadresse des 75-Jährigen nachsahen. Der Mann, der den Ausflug über ein Wiener Reisebüro gebucht hatte, blieb zunächst unauffindbar.
Auch Nachfragen bei Taxiunternehmen und Krankenhäusern in Oberpullendorf und Oberwart brachten keine Hinweise. Inmitten der laufenden Suchaktion, an der sich auch die Feuerwehr und der Polizeihubschrauber Libelle Bravo beteiligten, kam kurz vor 21 Uhr die erlösende Nachricht.
„Ich bin daheim, mir geht es gut“, meldete sich der 75-Jährige, nachdem er den Hinweiszettel der Polizei an seiner Wohnungstür entdeckt hatte.
Wie sich herausstellte, war H. selbständig mit der Bahn nach Wien zurückgekehrt – vermutlich um sich Stress zu ersparen.