Noch im Laufe dieses Jahres plant der Wiener Landtag eine Reform der Wohnbeihilfe. Mit einer deutlichen Erhöhung des Budgets und einer Änderung im Berechnungsmodell soll für viele Haushalte die Wohnkostenbelastung reduziert werden.
Die geplante Reform der Wiener Wohnbeihilfe verspricht radikale Änderungen. Durch eine Aufstockung des Budgets wird die Anzahl der möglichen Bezieher erhöht. Das Budget lag bislang bei 61.5 Millionen Euro. Nun beträgt es 151,5 Millionen Euro. Zudem passt man die bisher geltende Höchsteinkommensgrenze an, sodass mehr Menschen als zuvor in den Genuss der Unterstützung kommen können.
Neues Berechnungsmodell
Darüber hinaus soll durch ein neues Berechnungsmodell die individuelle Leistungen substanziell angehoben werden. Ganz besonders relevante ist diese Veränderung angesichts der erneuten Mietsteigerungen ab 1. August, der vierten binnen lediglich 15 Monaten. Zusammen mit hohen Energiepreisen und der generellen Teuerung belastet das Wohnen die Wiener ausnehmend stark.
Vereinheitlichung
Die Wiener Stadtverwaltung plant außerdem eine Vereinheitlichung der Behandlung aller Wohnungen, unabhängig davon, ob sie sich in einem geförderten oder privaten Wohnhaus befinden. Bei der Berechnung der Beihilfe wird in Zukunft die Bruttomiete anstatt der Nettomiete Berücksichtigung finden, was eine Erhöhung der Leistungsansprüche nach sich zieht.
Die Verwaltungsabläufe werden ebenfalls vereinfacht. Mit der Weiterentwicklung der Online-Vorberechnung des Wohnbeihilfe-Anspruchs und der Einführung einer neuen IT-Lösung (NOWUS) soll eine zügigere und effizientere Bearbeitung der Anträge ermöglicht werden. Dieser Service wird von einer Umstrukturierung und Aufstockung der Mitarbeiter der Wohnbeihilfestelle der MA 50 begleitet.
Wohnbeihilfe NEU
Die Wiener Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) äußert sich zu der Reform: „Durch die Wohnbeihilfe NEU beweist Wien einmal mehr, dass es sehr wohl möglich ist, strukturell zu helfen, ohne einzelne Bevölkerungsgruppen zu benachteiligen. Als Stadt Wien tragen wir Verantwortung für die soziale Absicherung aller Wienerinnen und Wiener.“ Darüber hinaus fordert sie einen „echten Mietpreisdeckel für alle Mieterinnen und Mieter sowie eine strukturelle Reform des Mietrechtsgesetzes.
SPNÖ fordert Mietpreisdeckel angesichts steigender Mieten in Niederösterreich
Selma Arapovic, die Wohnbausprecherin der Wiener NEOS, sieht in der Wohnbeihilfe ein wichtiges Instrument zur sozialen Absicherung: „Die Wohnbeihilfe ist Teil des Auffangnetzes, das Betroffene vor Armut und sozialer Ausgrenzung schützt. Sie ist eine zielgerichtete und treffsichere Unterstützung für Menschen, die sich, auf Grund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation oder persönlicher Umstände einen angemessenen Wohnraum trotz aller Bemühungen nicht mehr leisten können.“