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Internatsstreit

Ramadan sorgt für Schulstreit – Suspendierung löst Diskussion aus

Ramadan sorgt für Schulstreit – Suspendierung löst Diskussion aus
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Wecker um 3 Uhr, Musik, Streit – und am Ende steht eine Suspendierung. Ein Internat in St. Pölten sorgt für Aufsehen.

In einem Internat der Landesberufsschule St. Pölten kommt es derzeit für mehrere Schülerinnen regelmäßig zu nächtlichen Schlafunterbrechungen. Auslöser ist der Ramadan: Zwei muslimische Bewohnerinnen eines gemeinsamen Viererzimmers stellen sich nach einem Bericht der „Kronen Zeitung“ täglich gegen drei Uhr morgens den Wecker, um den Sahur einzunehmen – die Mahlzeit vor dem Morgengrauen. Für die beiden anderen Mädchen, die sich das Zimmer teilen, endet damit Nacht für Nacht die Nachtruhe abrupt.

„Sie drehen sogar die Musik auf“, schildert die Mutter einer betroffenen 17-Jährigen aus St. Valentin an der Enns gegenüber der „Krone“. Die Tochter habe sich daraufhin bereits an die Schulleitung gewandt.

Eskalation im Internat

Die Lage eskalierte in der Folge weiter. „Meine Tochter rief mich beim nächsten Mal wutentbrannt an und ließ ihrem Frust freien Lauf“, erzählt die Mutter der „Krone“. Während dieses Telefongesprächs auf dem Gang sollen auch beleidigende Äußerungen gefallen sein, die die beiden Zimmerkolleginnen durch die geschlossene Tür mitgehört haben sollen.

Laut Bildungsdirektion blieb es nicht bei diesem Vorfall: Die 17-Jährige soll ihre Mitbewohnerinnen darüber hinaus auch direkt persönlich beleidigt haben – es gebe sogar Videoaufnahmen davon. Die beiden Mädchen erstatteten daraufhin Meldung bei der Direktion.

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Ein Lösungsvorschlag wurde zwar unterbreitet: Die beiden muslimischen Schülerinnen hätten in ein anderes Zimmer wechseln können, in dem Mädchen untergebracht sind, die ebenfalls den Ramadan begehen. Dieses Angebot lehnten sie jedoch ab, wie aus dem Bericht hervorgeht. Als Konsequenz wurde die 17-Jährige für eine Woche aus dem Internat suspendiert.

„Es war ohne Vorwarnung. Sie solle ihr Verhalten und ihre Kraftausdrücke überdenken, wurde ihr von der Direktion mitgeteilt“, sagt ihre Mutter der Tageszeitung. Für die Schülerin bedeutet die Suspendierung nun einen deutlich längeren Schultag: Täglich muss sie bereits um 4.30 Uhr von St. Valentin an der Enns aus mit dem Zug nach St. Pölten fahren.

Politische Reaktionen

Auch im Unterricht sollen die Nachwirkungen des Streits spürbar sein. „Meine Tochter muss nun im Unterricht alleine sitzen. Zwar haben sich die Mädchen gegenseitig beleidigt, der Lehrer hat aber nur die Worte meines Kindes gehört oder verstanden“, wird die Mutter in der Tageszeitung zitiert.

Der Vorfall zieht mittlerweile auch politische Reaktionen nach sich. FPÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer zeigt sich empört. „Unsere Kinder werden suspendiert, damit sich andere aufführen können? Integration heißt, sich anpassen, unsere Regeln akzeptieren und unsere heimische Kultur respektieren“, sagt er.

FPÖ-Bildungssprecher Helmut Fiedler fordert eine genaue Klärung des Vorfalls. „Selbstverständlich ist die persönliche Lebens- und Glaubenspraxis zu achten. Gleichzeitig gelten in einem Internat klare Regeln und Ruhezeiten, die für alle verbindlich sind. Diese dürfen nicht aufgeweicht werden.“

Nach Angaben der Bildungsdirektion darf die 17-Jährige am Sonntag in das Internat zurückkehren – allerdings wird sie künftig in einem anderen Zimmer untergebracht.

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KO KOSMO-Redaktion
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