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Mladic-Begräbnis

Region kommt nicht zur Ruhe: Kroatien kündigt Schritte gegen Serbien an

Region kommt nicht zur Ruhe: Kroatien kündigt Schritte gegen Serbien an
FOTO: EPA
3 Min. Lesezeit |

Serbiens Umgang mit Ratko Mladic sorgt für diplomatischen Zündstoff – Kroatiens Verteidigungsminister fordert jetzt klare Konsequenzen.

Kroatiens Verteidigungsminister Ivan Anusic hat Serbien für den Umgang mit dem verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic scharf kritisiert und ein entschiedenes Vorgehen europäischer sowie kroatischer Institutionen eingefordert.

Klare Ansage

Für Anusic offenbart die Art, wie Serbien Mladic verabschiedet hat, die eigentliche politische Haltung des Landes. Dass einem Mann, der sowohl in Kroatien als auch in Bosnien und Herzegowina Kriegsverbrechen begangen hat und für den Genozid in Srebrenica rechtskräftig verurteilt wurde, staatliche und militärische Ehren zuteilwurden, sei mehr als ein symbolischer Akt. „Einem solchen Menschen staatliche und militärische Ehren auf dem Niveau zu erweisen, wie es Serbien getan hat, zeigt klar und deutlich, wie die Politik Serbiens ist – und wie sie in Zukunft sein wird“, erklärte der Minister.

Ratko Mladic wurde am 7. September 2026 auf dem Topcider-Friedhof in Belgrad beerdigt, wobei serbische Soldaten seinen mit der serbischen Flagge bedeckten Sarg trugen, eine Militärkapelle spielte und eine militärische Ehrung an einem offiziellen Veranstaltungsort der serbischen Armee abgehalten wurde. Serbiens Justizminister Nenad Vujić hatte Ende August erklärt, dass Mladić mit allen militärischen und staatlichen Ehren beigesetzt werde, zu denen er aus Sicht des serbischen Staates Anspruch habe. Tatsächlich wurde er später jedoch nur mit militärischen, nicht aber mit staatlichen Ehren beigesetzt.

Anusic sieht darin eine politische Linie, die Serbien und die Republika Srpska gemeinsam verfolgen und die er als potenziell destabilisierend für die gesamte Region bewertet.

Europas Reaktion

Anusic richtete seinen Appell ausdrücklich an die Europäische Kommission und die kroatische Politik. „Nun ist die Europäische Kommission am Zug, die Weltpolitik und die europäische Politik sind am Zug – und natürlich auch die kroatische Politik, die Entscheidungen treffen und Schritte setzen wird, die mit der kroatischen politischen Linie im Einklang stehen“, sagte er. Dabei mahnte er zu einem überlegten Vorgehen: Es gehe nicht darum, auf Krisen zu reagieren, wenn sie bereits eingetreten sind, sondern präventiv zu handeln, bevor sie entstehen.

Die kroatische Regierung prüft derzeit, welche konkreten Maßnahmen diesem Anspruch gerecht werden. Für Anusic ist die Ehrung Mladics kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines Narrativs, das die Verbrechen des Jugoslawienkonflikts systematisch ausblendet.

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KO KOSMO-Redaktion
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