Europas Restaurants klaffen preislich weit auseinander – zwischen günstigstem und teuerstem Ziel liegt das Fünffache.
Wer auf Reisen geht, denkt an Sehenswürdigkeiten – und vergisst dabei allzu leicht, dass es oft die Küche ist, die ein Land wirklich unvergesslich macht. Ein gutes Essen in einem lokalen Restaurant, der erste Bissen eines unbekannten Gerichts, der Duft einer fremden Gewürzküche: Solche Erlebnisse prägen sich tiefer ein als manches Museumserlebnis und entscheiden nicht selten darüber, ob man ein Reiseziel ein zweites Mal ansteuert.
Doch kulinarische Erlebnisse haben ihren Preis – und der variiert in Europa erheblich. Das Fährvergleichsportal Ferry GoGo hat untersucht, was ein Abendessen für zwei Personen in einem Restaurant der mittleren Kategorie – Vorspeise, Hauptgang und Dessert, ohne Getränke – in verschiedenen europäischen Ländern kostet, und daraus eine Rangliste von den günstigsten bis zu den teuersten Reisezielen erstellt.
Balkan am günstigsten
Das Ergebnis ist eindeutig: Wer sein Reisebudget schonen möchte, ist auf dem Balkan gut aufgehoben. Den Spitzenplatz unter den günstigsten Ländern belegt der Kosovo mit durchschnittlich 20 Euro pro Abendessen für zwei – ein Bruchteil dessen, was andernorts auf der Rechnung steht. Nordmazedonien folgt mit 24,38 Euro, Moldau mit 30,32 Euro und Bosnien-Herzegowina mit 30,75 Euro. Serbien rundet die günstige Balkanregion mit einem Durchschnittspreis von 38,34 Euro ab.
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Am anderen Ende der Skala thront die Schweiz: Dort schlägt ein vergleichbares Menü mit durchschnittlich 107,24 Euro zu Buche – mehr als das Fünffache des kosovarischen Preises. Dänemark landet mit 93,69 Euro auf dem zweiten Platz der teuersten Länder, Luxemburg mit 90 Euro auf dem dritten. Norwegen folgt knapp dahinter mit 89,86 Euro, während die Niederlande, Irland, Finnland und Belgien jeweils rund 80 Euro veranschlagen.
Kosovarische Küche
Wer also den Kosovo als Reiseziel ins Auge fasst, bekommt nicht nur ein günstiges Essen, sondern auch eine eigenständige Küche geboten. Das Nationalgericht Flia – ein aufwendig geschichtetes Palatschinkengebäck, das mit einer Mischung aus Joghurt, Butter und Käse bestrichen und unter einem Metalldeckel gebacken wird – ist ein kulinarisches Erlebnis für sich. Gefüllte Paprika, Essiggurken und Baklava gehören ebenso zum festen Repertoire der kosovarischen Küche.
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Und wer nach dem Essen noch einen Kaffee möchte: Der Macchiato gilt dort als unverzichtbar.