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Bildung

Riesen-Aufreger: Aus für Matura und Schulnoten in Österreich!

SCHULE_MATURA
(FOTO: iStock)

Mit umfassenden Reformplänen im Bildungsbereich sorgt die SPÖ Wien für Aufsehen. Kürzere Schulstunden sowie die Abschaffung von Matura und Noten stehen dabei im Fokus. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werfen Fragen zur Umsetzbarkeit auf und entfachen eine Debatte über die zukünftige Ausrichtung des österreichischen Bildungssystems. „Unser Bildungssystem muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen“, so Paul Stich, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich.

Als “Hirngespinst” stempelt Bildungsminister Polaschek die Pro-Stimmen um die Abschaffung der Matura ab. Jedoch ist das eine Debatte, die unbedingt geführt werden muss, denn: Die Matura ist veraltet, weshalb wir uns als Österreichische HochschülerInnenschaft klar für die Abschaffung dieser einsetzen. “Oft findet die Matura Rechtfertigung dadurch, dass sie als Berechtigung zum Studieneintritt gilt.”, sagt Nina Mathies, aus dem ÖH-Vorsitzteam. Jedoch ist mittlerweile die Matura nicht mehr die einzige Prüfung, die für den Studieneintritt berechtigen soll. Mathies ergänzt: “Die Argumentation für die Matura zur Berechtigung fürs Studium ist Nonsens, wenn danach sowieso wieder eine Aufnahmeprüfung oder die mit Knockout-Prüfungen gefüllte STEOP zu absolvieren ist.”

Als Österreichische HochschülerInnenschaft ist es uns wichtig, uns zu diesem Thema zu äußern, immerhin sind Maturanten zu einem Großteil künftige Studierende. Außerdem betrifft die Ausgestaltung des Schulabschlusses auch Lehramtsstudierende in ihrer zukünftigen Arbeit. “Der Schulabschluss durch die Matura übt auch enormen mentalen Druck auf SchülerInnen aus. Ich habe als Lehramtsstudentin selbst erlebt wie sehr SchülerInnen unter der Matura leiden und jegliche Freude an Bildung verlieren.”, sagt Sarah Rossmann aus dem ÖH-Vorsitzteam und kritisiert Bildungsminister Polaschek: “Es ist sehr bezeichnend für die Kompetenzen des Bildungsministers, wenn er nicht in der Lage ist, einen offenen Diskurs über ein längst veraltetes System, wie die Matura zu führen und jede Kritik als ‚Hirngespinst‘ abtut. Wir fühlen uns als Studierende von ihm nicht gehört und nicht vertreten!”

weitreichende Folgen

Aber warum hält Bildungsminister Polaschek so stark an der Matura fest? “Die Matura ist nur eine weitere punktuelle Leistungsüberprüfung, die faktisch kaum etwas über den tatsächlichen Wissensstand von SchülerInnen aussagt!”, sagt Simon Neuhold aus dem ÖH-Vorsitzteam. Diese Art der Leistungsabfrage bringt aber noch weitere Probleme mit sich: Prüfungsangst oder Krankheit am Tag der Matura können weitreichende Folgen haben. “Wir müssen weg von punktuellen Leistungsüberprüfungen, die über die gesamte zukünftige Berufslaufbahn bestimmen. Stattdessen braucht es endlich ein neues Konzept für den Schulabschluss, bei dem SchülerInnen das erworbene Wissen sinnvoll einsetzen können!”, ergänzt Neuhold abschließend.