Die Anzahl der in Österreich eingereichten Asylanträge sinkt weiter. Während das Innenministerium die Gründe dafür benennt, äußern andere politische Akteure Kritik.
Die Asylzahlen in Österreich sind weiter rückläufig. Im ersten Halbjahr 2023 wurden 29 Prozent weniger Anträge gestellt als im gleichen Zeitraum 2022. Lediglich 22.990 Menschen stellten im ersten Halbjahr 2023 einen Asylantrag. Dies stellt einen starken Rückgang im Vergleich zu den 32.351 Asylbewerbern im ersten Halbjahr 2022 dar.
Meiste Asylwerber aus Syrien
Näher betrachtet setzen sich die 22.990 Asylbewerber aus 2.460 Frauen und 7.388 Kindern zusammen. Die Mehrheit der Asylsuchenden stammten aus Syrien (6.644) und Afghanistan (3.954). Danach folgen Marokko (3.279), die Türkei (1.695) und Bangladesch (1.170). Bis Ende Juni wurde in 7.880 Fällen Asyl gewährt, während 13.650 Asylanträge abgelehnt wurden. Rund 18.500 Personen verließen das Land wieder, bevor ihr Verfahren abgeschlossen wurde.
Schlepperkriminalität
Das Innenministerium führt den Rückgang der Asylanträge unter anderem auf die Erfolge bei der Bekämpfung der Schlepperkriminalität, konsequente Kontrollmaßnahmen an den Grenzen, effiziente Asylverfahren und internationale Zusammenarbeit zurück. Besonders hervorgehoben wurden die Beendigung der Visafreiheit für Inder und Tunesier in Serbien sowie die Rückkehrabkommen mit Indien und Marokko.
Andere EU-Länder
Im Vergleich dazu sind andere EU-Staaten – Deutschland (plus 82 Prozent), Italien (plus 63 Prozent), Spanien (plus 49 Prozent) und Frankreich (plus 42 Prozent) – mit stark steigenden Asylzahlen konfrontiert.
Trotz der sinkenden Asylzahlen in Österreich äußert die Opposition bedenken. Für die Freiheitlichen bilden die fast 23.000 Asylanträge im ersten Halbjahr „keinen Grund zum Jubel“. Vielmehr sieht Generalsekretär Michael Schnedlitz darin ein „in Zahlen gegossenes Zeugnis des völligen Totalversagens“ der Bundesregierung. Schnedlitz kritisiert die „angebliche Asylbremse“ als „heiße Luft aus der ÖVP-PR-Küche“.
Neues Konzept: FPÖ fordert ‚Festung Österreich‘ gegen Migrationschaos
Zum 1. Juli befanden sich 34.542 Asylwerber sowie Asyl-und Schutzberechtigte in der Grundversorgung. Darüber hinaus kommen noch 48.586 Kriegsvertriebene aus der Ukraine hinzu, die gemäß der sogenannten Massenzustrom-Richtlinie in den EU-Mitgliedsländern automatisch einen humanitären Aufenthaltstitel erhalten und in der Asylstatistik nicht aufgeführt sind.