Schnee, Stille, keine Busse – und hunderte Reisende, die eine ganze Nacht nicht von der Stelle kamen.
Rund 500 Fluggäste haben am Flughafen München eine ungewollte Nacht in ihren Maschinen verbringen müssen. Hintergrund waren heftige Schneefälle, die in der Nacht auf Freitag zur Streichung zahlreicher Flüge führten – zu einem Zeitpunkt, als die Passagiere bereits an Bord und die Flugzeuge vollständig startbereit waren, wie ein Sprecher der Lufthansa erklärte. Unter den betroffenen Verbindungen befand sich auch ein Air-Dolomiti-Flug mit Ziel Graz.
Laut Flughafen hatte der anhaltende Schneefall bereits den gesamten Donnerstag über zu Verspätungen und Ausfällen geführt, in deren Folge 100 Flüge gestrichen wurden. Einzelne Maschinen erhielten am Abend Sondergenehmigungen, die Starts noch bis 1.00 Uhr nachts ermöglichten – denn in München gilt zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr grundsätzlich ein Nachtflugverbot. Dennoch erhielten bereits abgefertigte und startbereite Flugzeuge letztlich keine Freigabe zum Abheben, wie der Lufthansa-Sprecher schilderte.
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Kein Weg zurück
Eine Rückkehr zum Terminal war für die Reisenden nicht möglich – es fehlte sowohl an verfügbaren Bussen als auch an freien Abstellpositionen direkt am Gebäude, wie der Flughafen München mitteilte. Zuvor hatte der Sender RTL über den Vorfall berichtet. „Zu diesem Zeitpunkt waren bereits alle Parkmöglichkeiten für Flugzeuge direkt am Terminal belegt und die Buskapazitäten auf den Vorfeldern eingeschränkt“, hieß es in der offiziellen Stellungnahme des Flughafens.
Weshalb keine ausreichenden Buskapazitäten zur Verfügung standen, um die Passagiere zum Terminal zu bringen, konnte der Lufthansa-Sprecher nicht beantworten – die Zuständigkeit dafür liege beim Flughafen selbst.
Nacht auf dem Vorfeld
Weder Passagiere noch Besatzungen konnten die Flugzeuge verlassen; alle mussten die Nacht auf dem Vorfeld in den Maschinen verbringen. Betroffen waren neben drei Lufthansa-Flügen mit den Zielen Singapur, Kopenhagen und Danzig auch zwei Air-Dolomiti-Verbindungen nach Graz und Venedig.
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Erst in den frühen Morgenstunden rollten laut dem Lufthansa-Sprecher wieder Busse an, um die wartenden Passagiere abzuholen. Für weitergehende Fragen zu dem Vorfall war der Sprecher am Sonntag zunächst nicht erreichbar.
Vom Flughafen München kam lediglich folgendes Statement: „Wir bedauern die damit entstandenen Unannehmlichkeiten sehr.“