Serbien verklagt NATO wegen der Verwendung von Uranmunition

1999-2017

Serbien verklagt NATO wegen der Verwendung von Uranmunition

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Serbien verklagt Nato wegen Uranmuntion
(FOTO: Wikipedia Commons / David Orlovic; Kreis: Wikipedia Commons / Staff Sgt. Aaron Allmon)

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Ein internationales Team aus Rechtsanwälten bereitet eine Klage gegen die NATO vor. Gegenstand der Anklage ist die mutmaßliche Verwendung von Uranmunition während des Bombardements von Jugoslawien im Jahr 1999. Dies habe zu einem Anstieg an Krebserkrankungen in der Region geführt.

Der NATO wird Vorgeworfen, während der Luftangriffe zwischen 10 und 15 Tonnen abgereichertes Urans verwendet zu haben, was zu massiven Umweltschäden und einem Anstieg an Krebserkrankungen geführt haben soll. So lauten die Anschuldigungen vonseiten Srđan Aleksićs, dem serbische Rechtsanwalt und Kopf des Teams, welches sich aus Kollegen aus der EU, Russland, China und Indien zusammensetzt.

Vernetzt wurden die Rechtsexperten von der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Das Team hat sich zum Ziel gesetzt, die NATO für den Angriffskrieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 vor einem internationalen Gericht zu belangen.

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Heute vor 18 Jahren begannen die fast drei Monate andauernden, illegalen Nato-Bombardierungen auf Jugoslawien, welche tausende Opfer forderte.

 

Zehntausende Erkrankte jährlich
Wie angegeben wird, sollen aufgrund des verwendeten Urans jährlich 33.000 Menschen pro Jahr erkranken, darunter auch sehr viele Kinder. Die NATO verlautbarte offiziell nur, dass sie von den serbischen Vorwürfen wissen. Eine genaue Stellungnahme zu diesen gab es jedoch nicht.

Auf die Frage, warum Serbien sich erst jetzt dazu entschieden habe, die NATO 19 Jahre nach den Luftangriffen zu verklagen, antwortete der Rechtsanwalt Aleksić: „Die grauenhaften Konsequenzen für unsere Bevölkerung in Betracht ziehend […] ist es nie zu spät, jemanden zu verklagen – jemanden, der eine Umweltkatastrophe ausgelöst hat; jemanden, der Serbien mit Quasi-Nuklearwaffen, also abgereichertem Uran, bombardiert hat.“

Das Anwaltsteam fordert daher finanzielle Entschädigung, die Beseitigung aller Uran-Reste sowie Therapien für die an Krebs leidenden serbischen Bürger.

NATO räumt Uran-Verwendung ein
In ihrem Bericht über abgereichertes Uran aus dem Jahr 2000 bestätigt die NATO selbst, solch eine Munition im Irak und auf dem Balkan verwendet zu haben.

„Im Irak wurden rund 300 metrische Tonnen DU-Munition [engl. depleted uranium – abgereichertes Uran] von amerikanischen und britischen Truppen abgefeuert. Kürzlich bestätigte die NATO die Verwendung von DU-Munition auf den Kriegsschauplätzen im Kosovo, wo ungefähr 10 Tonnen DU benutzt wurden“, diest ist im Bericht zu lesen.

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Auch das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien hat zugegeben, dass „Beweise für die Verwendung von abgereicherten Uranprojektilen durch die NATO“ bestünden. Jedoch hob das Tribunal auch gleichzeitig hervor, dass die Verwendung laut NATO-Gesetz nicht verboten sei.

Zu den Konsequenzen der Verwendung solcher Munition für die Zivilbevölkerung heißt es im NATO-Bericht: „In der Umgebung des Einschlagpunkts der DU-Munition ist es nicht ausgeschlossen, dass Individuen die sich der Kontaminierung nicht bewusst sind, […] Strahlendosen akkumuliert haben könnten und/oder Mengen an Uran im Körper haben könnten, die die internationalen Grenzwerte überschreiten.“

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