Weniger Schokolade zum gleichen Preis: Billa deckt auf, was Hersteller lieber verstecken würden. Der Lebensmittelhändler macht Shrinkflation-Tricks nun direkt am Regal sichtbar.
Billa macht versteckte Preiserhöhungen bei Milka-Produkten öffentlich sichtbar. Der Lebensmittelhändler kennzeichnet nun direkt im Regal, wenn Hersteller bei gleichem oder höherem Preis die Produktmenge verringern – ein Phänomen, das als Shrinkflation (versteckte Preiserhöhung durch Mengenreduktion) bekannt ist. Besonders auffällig: Eine beliebte Milka-Nascherei wurde zum jüngsten Beispiel dieser Praxis.
⇢ Versteckte Preiserhöhung? BILLA führt Transparenz-Offensive früher ein
Mit einem auffälligen gelb-roten Hinweis informiert Billa seine Kunden unmissverständlich: „Der Lieferant hat bei erhöhtem Preis den Packungsinhalt reduziert. Der Grundpreis hat sich somit im Vergleich zu vorher erhöht.“ Für viele Konsumenten stellt diese transparente Kommunikation eine Neuheit dar, während das betroffene Produkt bereits eine Geschichte schrumpfender Portionen aufweist.
Die gesetzliche Verpflichtung zur Kennzeichnung solcher versteckten Preiserhöhungen tritt erst am 1. April in Kraft. Billa hat jedoch bereits im Jänner eigeninitiativ damit begonnen, auf Shrinkflation hinzuweisen. Das Unternehmen prüft bei jedem Verkaufsstart systematisch den Packungsinhalt und warnt seine Kunden direkt am Regal, sobald eine Mengenreduktion festgestellt wird.
Milka Schoko Snack
In dieser Woche traf es erstmals ein Produkt aus dem Hause Milka – den „Milka Schoko Snack“, auch als „Choco Snack“ bekannt. Die süße Versuchung mit „zarter Alpenmilchschokolade“ wurde merklich kleiner: Jeder einzelne Riegel in der Viererpackung verlor zwei Gramm an Gewicht, von bisher 29 auf nunmehr 27 Gramm. Genau diese Kombination aus Mengenreduktion bei gleichzeitiger Preiserhöhung macht der Händler nun transparent.
Kontinuierliche Schrumpfkur
Seit seiner Markteinführung im Herbst 2018 hat der „Milka Schoko Snack“ eine beachtliche Schrumpfkur durchlaufen. Ursprünglich wog ein einzelner Riegel noch 32 Gramm. Insgesamt hat die Viererpackung mittlerweile rund 20 Gramm oder etwa 16 Prozent ihres Ausgangsgewichts eingebüßt. Zwischenzeitlich nahm der Welser Hersteller TSC sogar Änderungen an der Rezeptur vor – damals beworben mit dem Slogan „Jetzt noch lockerer“.
Mit dieser Kennzeichnungspraxis macht Billa nun sichtbar, was viele Verbraucher lange nur vermutet haben, und setzt damit ein deutliches Signal gegen intransparente Preisgestaltung im Lebensmitteleinzelhandel.