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Gewalteskalation

Syrer gegen Kosovaren – Streit um eine Frau endet in Massenschlägerei

Syrer gegen Kosovaren – Streit um eine Frau endet in Massenschlägerei
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Baseballschläger, ein Wagenheber und Familien mittendrin – eine Tankstelle in Graz wurde zum Schauplatz roher Gewalt.

Am helllichten Tag eskalierte im Grazer Stadtbezirk Lend eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen auf brutale Weise. An einer Tankstelle gerieten im Februar drei syrische und drei kosovarische Männer aneinander – während sich ringsum unbeteiligte Passanten aufhielten, darunter auch Familien mit Kindern. Ein Anwalt schilderte die Szenen gegenüber der „Kleinen Zeitung“ in drastischen Worten: „An der Tankstelle waren Familien mit kleinen Kindern, die wollten nur ihr Auto waschen. Aber plötzlich geht’s los: Es wird ein Baseballschläger genommen, auf den Schädel eines am Boden liegenden Mannes eingetreten. Dort herrschte Bürgerkrieg. Wenn es schlecht läuft, stirbt einer.“

Als Auslöser des Konflikts gilt ein Streit um eine Frau. Einer der Verteidiger bezeichnete das Verhalten seines Mandanten als Reaktion auf eine gezielte Provokation: „Es war eine bewusste Provokation, über Nachrichten wurde mein Mandant getriggert. Es folgte seinerseits ein massiver Adrenalinausstoß“, so der Anwalt gegenüber der Tageszeitung. Diese Einschätzung stieß bei einem Kollegen auf scharfen Widerspruch: „Unglaublich, derart ein solches Verhalten zu rechtfertigen. Mein Mandant hat einen Augenhöhlenbruch erlitten, bangt noch immer um sein Augenlicht.“

Brutale Schlägerei

Überwachungskameras dokumentierten laut Gericht, wie einer der Syrer mit seinem Fahrzeug in die Tankstelle fuhr – ein Kosovare konnte einem Zusammenstoß nur durch einen Sprung zur Seite entgehen. In der Folge entwickelte sich eine heftige Schlägerei, bei der Fäuste, Baseballschläger und ein Wagenheber zum Einsatz kamen. Vor dem Straflandesgericht Graz erhob Staatsanwältin Julia Steiner gegen alle sechs Angeklagten den Vorwurf des Raufhandels; bei den Hauptbeteiligten kamen Nötigung sowie versuchte absichtliche schwere Körperverletzung hinzu.

Harte Urteile

Alle sechs Männer zwischen 21 und 28 Jahren waren zum Zeitpunkt der Verhandlung bereits vorbestraft. Richter Andreas Lenz fand deutliche Worte: „Kein Mensch benötigt in Österreich einen Schlagring oder Baseballschläger im Auto, um andere zu verprügeln“, wird er in der Tageszeitung zitiert. Ein Großteil der Angeklagten legte ein Geständnis ab. Das Schöffengericht verhängte laut „Kleiner Zeitung“ gegen die drei Kosovaren Strafen zwischen Diversion und acht Monaten unbedingter Haft.

Für die drei Syrer fielen die Urteile deutlich strenger aus: Sie wurden zu Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und sechs Jahren verurteilt.

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KO KOSMO-Redaktion
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