Die Steiermark bekommt neue Bewohner – und die sind deutlich größer als erwartet. Zwei Tarantelarten haben sich dauerhaft angesiedelt.
Wer durch die Steiermark streift, könnte künftig auf ungewöhnliche Mitbewohner stoßen: Gleich zwei Tarantelarten haben in der Region dauerhaft Fuß gefasst.
Konkret handelt es sich um die Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata) mit einer Körpergröße von bis zu 2,5 Zentimetern sowie die Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis), die Körperlängen von bis zu 4 Zentimetern erreichen kann. Letztere wurde im Jahr 2024 über die Plattform naturbeobachtung.at erstmals in der Steiermark nachgewiesen.
Die Schwarzbäuchige Tarantel stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist in der Steiermark vor allem in der Grazer Bucht sowie in den Bezirken Graz, Deutschlandsberg, Leibnitz und der Südoststeiermark verbreitet.
Beide Arten sind auf warme, trockene Lebensräume mit sandigem oder steinigem Untergrund angewiesen. Besonders im Herbst erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung, da die Männchen auf Partnersuche gehen und die Weibchen geeignete Winterquartiere aufsuchen.
Kein Grund zur Panik
Für Menschen stellen die Tiere keine Gefahr dar. Der Naturschutzbund Österreich empfiehlt, die Spinnen weder zu verletzen noch zu töten. Gelangen sie in Wohnräume, lassen sie sich unkompliziert mit einem Glas einfangen und nach draußen befördern.
Im Freien sollte man darauf verzichten, ihren Aufenthaltsort zu verändern, um ihre natürlichen Wanderbewegungen nicht zu stören.
Der Naturschutzbund Österreich führt die zunehmende Ausbreitung der Schwarzbäuchigen Tarantel auf den Klimawandel zurück, da die Art als wärmeliebende Spinne von den höheren Temperaturen profitiert.