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Handelskrieg

Trumps Ankündigung trifft EU: Auto-Zölle steigen auf 25 Prozent

Trumps Ankündigung trifft EU: Auto-Zölle steigen auf 25 Prozent
FOTO: EPA/JIM LO SCALZO / POOL
3 Min. Lesezeit |

Der Handelsstreit zwischen Washington und Brüssel eskaliert – und diesmal trifft es eine der wichtigsten Exportbranchen Europas direkt.

Donald Trump hat angekündigt, die Einfuhrzölle auf Personenwagen und Lastkraftwagen aus der Europäischen Union ab der kommenden Woche auf 25 Prozent anzuheben. Als Begründung führte der US-Präsident in einem Beitrag auf der Plattform Truth Social an, die EU halte ein vereinbartes Handelsabkommen nicht ein. „Ich freue mich, bekannt geben zu dürfen, dass ich angesichts der Tatsache, dass die Europäische Union unser vollständig vereinbartes Handelsabkommen nicht einhält, nächste Woche die Zölle für in die Vereinigten Staaten eingeführte Pkw und Lkw aus der Europäischen Union erhöhen werde. Der Zollsatz wird auf 25 % angehoben“, schrieb Trump.

Worauf sich Trump mit seinem Vorwurf der Vertragsverletzung konkret bezieht, blieb zunächst offen. Die EU und die USA hatten im September 2025 ein weitreichendes Handelsabkommen abgeschlossen, das unter anderem eine rückwirkende Senkung der Zölle auf EU-Fahrzeugexporte in die USA von zuvor 27,5 auf 15 Prozent vorsah. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, ihre Zölle auf sämtliche US-Industrieprodukte zu streichen sowie US-amerikanischen Meeresfrüchten und Agrargütern wie Milchprodukten, Schweinefleisch und Sojaöl einen bevorzugten Marktzugang zu gewähren.

Besonders hart trifft die Zollerhöhung die deutsche Automobilindustrie: Im Jahr 2024 gingen knapp 13 Prozent der von Deutschland exportierten Autos in die USA – mehr als in jedes andere einzelne Land. Die neuen Abgaben könnten die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller auf dem wichtigen US-Markt erheblich beeinträchtigen.

Stockende Umsetzung

Die Umsetzung des Abkommens geriet jedoch ins Stocken – einerseits durch weitere Zolldrohungen Trumps im Zusammenhang mit dem Grönland-Konflikt, andererseits durch eine Gerichtsentscheidung, die zahlreiche US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte. Das Europäische Parlament erklärte im März, die weitere Implementierung des Deals an strenge Auflagen knüpfen zu wollen, und sprach sich mehrheitlich dafür aus. Für das Inkrafttreten ist zudem die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zu den entsprechenden Verordnungen erforderlich.

Fahrzeuge europäischer Hersteller, die auf US-amerikanischem Boden gefertigt werden, sollen von den neuen Abgaben ausgenommen sein. Trump verfolgt damit das Ziel, Automobilhersteller weltweit dazu zu bewegen, ihre Produktion trotz höherer Kosten in die USA zu verlagern. In seinem Beitrag verwies er darauf, dass derzeit „zahlreiche“ neue Produktionsstätten errichtet würden, mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar – umgerechnet knapp 85,5 Milliarden Euro.

Belastetes Verhältnis

Das transatlantische Verhältnis ist derzeit erheblich belastet. In den vergangenen Tagen hatte Trump Bundeskanzler Friedrich Merz wiederholt scharf angegriffen, nachdem dieser die US-Offensive gegen den Iran öffentlich kritisiert hatte. In der Folge drohte Trump mit dem Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland – eine Überlegung, die er kurz darauf auch für Italien und Spanien ins Spiel brachte.

Trump wirft den europäischen Partnern seit Längerem vor, ihn in seinem Vorgehen gegen den Iran nicht ausreichend zu unterstützen.

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KO KOSMO-Redaktion
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