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LETZTER ABSCHIED

„Unerwünscht“: Todesanzeigen für abgetriebene Mädchen in Montenegro

Nezeljena - Todesanzeigen für abgetriebene Töchter
(FOTO: zVg.)

In den vergangenen Tagen sind in Montenegro Plakate an Litfaßsäulen, Strommasten und in Zeitungen aufgetaucht, welche nicht nur die Balkan-Region zum Nachdenken anregen…

Mit den Aufklebern bzw. Plakaten, welche wie Sterbeanzeigen nachempfunden sind, möchte die NGO „Zentrum für Frauenrechte“ (Centar za ženska prava) auf das Problem des Missbrauchs von Geschlechtsbestimmungen während der Schwangerschaft aufmerksam machen.

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In Serbien, Montenegro und Albanien ist in den vergangenen Jahren ein Rückgang an neugeborenen Mädchen zu erkennen. Viele Ärzte bezeugen, dass Frauen die Ungeborenen aufgrund des Geschlechts abtreiben.

 

Immer mehr Montenegrinerinnen sollen frühzeitig das Geschlecht ihres Ungeborenen vom Arzt bestimmen lassen, um im Falle einer Tochter eine Abtreibung vornehmen zu lassen.

Solche Tests sind verboten, insofern man damit das Geschlecht des Kindes „bestimmen“ möchte, nichtsdestotrotz entscheiden sich viele Frauen in Montenegro gegen eine Tochter. Für den Abortus reisen viele der Frauen in das benachbarte Serbien.

„LETZER ABSCHIED
Liebe #Unerwünschte,

deine Eltern wünschen sich einen Buben und deshalb hast du nicht die Chance bekommen, geboren zu werden. Vergib ihnen.

Dein betrübtes Montenegro.“

Eine mehr als deprimierende Nachricht, welche in den vergangenen Tagen für große mediale und gesellschaftliche Aufmerksamkeit gesorgt hat. Den traurigen Trend zum Femizid bestätigen sowohl Erzählungen von montenegrinischen Frauen als auch die demographischen Daten des Landes.

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Als Grund für die selektive Abtreibung wird vor allem der starke gesellschaftliche Druck genannt. In Montenegro herrscht in vielen Gebieten ein stark konservativ-traditionelles und patriarchales System.