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Provokation

Ustascha-Gruß bei Thompson Konzert: Vucic stellt Kroatien vor Europa an den Pranger

Ustascha-Gruß bei Thompson Konzert: Vucic stellt Kroatien vor Europa an den Pranger
Foto: epa/ANTONIO BAT
2 Min. Lesezeit |

Ein Konzert in Vukovar sorgt für diplomatische Spannungen: Serbiens Präsident erhebt schwere Vorwürfe gegen Kroatien und gegen Europa.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat das Konzert des kroatischen Sängers Marko Perkovic Thompson in Vukovar scharf verurteilt und Europa vorgeworfen, auf die Veranstaltung nicht angemessen zu reagieren. Das Konzert, das in der an Serbien grenzenden Stadt stattfand, enthielt nach Angaben Vucics Liedtexte mit offen anti-serbischen Inhalten – darunter die Zeile „Unsere Hand wird euch auch in Serbien erreichen.“ Für den serbischen Staatschef ist das keine Frage künstlerischer Freiheit, sondern eine gezielte Provokation.

Ustascha-Gruß im Fokus

Besonders aufgebracht zeigte sich Vucic über den Umgang mit dem Gruß „Za dom spremni“ („Für die Heimat bereit“, ustascha-Gruß aus dem Zweiten Weltkrieg), der in dem Lied vorkommt. Bei dem Konzert am 29. August in Vukovar wurde das Lied „Bojna Čavoglave“ mit dem Ruf „Za dom“ eröffnet, worauf das Publikum geschlossen mit „spremni“ antwortete – der Ustascha-Gruß wurde damit öffentlich skandiert. Vucic stellte ihn unmissverständlich auf eine Stufe mit dem nationalsozialistischen „Sieg heil“ und kritisierte, dass dieser Slogan in Kroatien zunehmend verharmlost werde. „Das ist eine, wie sie sagen würden, Party, ein Fest, nichts Besonderes“, zitierte er jene, die den Gruß als kulturellen Ausdruck abtun und machte damit deutlich, wie wenig er von dieser Einschätzung hält. Sarkastisch fügte er hinzu: „Wir sollten wohl lächeln und sagen – wirklich ein schönes Lied, das gelingt euch wirklich gut.“

Europas Geschichtsvergessenheit

Vucic nutzte den Vorfall auch, um grundsätzliche Kritik an der historischen Sensibilität in Europa zu üben. „Viele in Europa kennen die Geschichte nicht oder wollen sie nicht kennen“, sagte er. Angesichts der Schwere solcher Vorfälle forderte er deutlich mehr internationale Aufmerksamkeit – mindestens zwölf Reaktionen täglich müsste es auf derartige Entwicklungen in Kroatien geben, so Vucic.

Serbien selbst sieht er dabei in einer klaren historischen Rolle: als Land, das stets Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei und sich deshalb gegen dessen Wiederkehr in Teilen Europas zur Wehr setzen müsse. „Ich bin zufrieden und glücklich darüber“, sagte er mit Blick auf Serbiens antinazistische Haltung.

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KO KOSMO-Redaktion
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