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Standbetreiber

Verborgene Kosten der Weihnachtsmärkte: Ein Blick hinter die Stände

(FOTO: iStock/Flavio Vallenari)
(FOTO: iStock/Flavio Vallenari)

Wenn sich die Weihnachtszeit nähert, sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil des städtischen Bildes: die Christkindlmärkte. Doch haben Sie sich jemals gefragt, was es kostet, einen Stand auf einem dieser Märkte zu betreiben?

In der Hauptstadt Österreichs ist der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn eine der beliebtesten Anlaufstellen für Punsch-Liebhaber. Hier variiert die Miete je nach Größe und Art des Standes – Handelsstände zahlen in der Regel weniger als Gastro-Stände. Ein Gastro- und Punsch-Stand, der frei am Platz steht und einen Durchmesser von fünf Metern hat, kostet die Betreiber für die 46 Tage des Marktes stolze 65.000 Euro Netto-Miete. Mit Steuern beträgt die Miete also über 70.000 Euro – das sind rund 300 Häferl Punsch pro Tag, die verkauft werden müssen, um allein die Miete zu decken.

Mieten mit Spielraum

Weiter westlich, in der malerischen Altstadt von Innsbruck, sind die Mieten für die Stände auf dem Christkindlmarkt deutlich günstiger. Ein sechs Meter langer Gastro-Stand kostet hier etwa 22.000 Euro für die 38 Tage des Marktes. Allerdings sind auch hier die Mieten seit 2019 um etwa 22 Prozent gestiegen.

Salzburg: Ein anderer Ansatz

In Salzburg hingegen läuft das Geschäft etwas anders. Hier fallen keine Mieten an, da der Christkindlmarkt von einem Verein organisiert wird, dessen Mitglieder ehrenamtlich arbeiten. Die Standbetreiber sind selbst Besitzer ihrer Hütten und tragen die Verantwortung für den Transport und die Lagerung. Die Kosten für die Miete des Platzes von der Stadt Salzburg, Betriebskosten und ein Gastro-Beitrag summieren sich für einen mittelgroßen Gastro-Stand auf etwa 17.000 Euro.

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Die Kosten für einen Stand auf einem Christkindlmarkt können also stark variieren, abhängig von der Stadt und der Art des Standes. Während die hohen Mieten in Wien und Innsbruck die Betreiber vor finanzielle Herausforderungen stellen können, bietet das Modell in Salzburg mehr Spielraum. Doch wie Stefan Michalica, Betreiber des „Genuss Buam“-Standes vor dem Schloss Schönbrunn, betont: „Die Standmiete ist entsprechend hoch. Man bekommt dafür den Standplatz und das Häferlservice, muss aber alles andere selber stellen wie Personal- und Energiekosten. Es rechnet sich, aber es ist ein entsprechendes unternehmerisches Risiko.“