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Versorgungskrise

Versorgungskrise: Patienten warten zwei Monate auf Kassenarzttermin

Versorgungskrise: Patienten warten zwei Monate auf Kassenarzttermin
FOTO: iStock, SV-Hauptträger
2 Min. Lesezeit |

Monatelange Wartezeiten beim Kassenarzt werden in Österreich zur bitteren Realität. Besonders in Wien spitzt sich die Lage zu – mit weitreichenden Folgen für Patienten.

Bis zu 63 Tage müssen Patienten in Österreich auf einen Termin beim Kassenarzt für Innere Medizin warten. In der Psychiatrie beträgt die Wartezeit 61 Tage, in der Augenheilkunde 52 Tage. Diese alarmierenden Zahlen gehen aus einer aktuellen Erhebung von krankenversichern.at hervor. Besonders kritisch stellt sich die Situation in Wien dar.

Noch dramatischer sind die Wartezeiten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit 90 Tagen. In der Neurologie haben sich die Wartezeiten seit 2012 von 33 Tagen auf mittlerweile 45 Tage verschlechtert. Diese Entwicklung steht in direktem Zusammenhang mit dem Ärztemangel: In Wien ist die Zahl der Kassenärztinnen und Kassenärzte seit 2012 um 12 Prozent gesunken, während die Bevölkerung im selben Zeitraum um 16 Prozent gewachsen ist.

Die Wiener Ärztekammer sieht in diesen Verzögerungen ein grundlegendes Problem. „Lange Wartezeiten sind kein Ausnahmefall, sondern Ausdruck eines Strukturproblems“, erklärt Johannes Steinhart, Präsident der Wiener Ärztekammer. Er verweist darauf, dass bereits frühere Untersuchungen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen seien.

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Bundesländer-Vergleich zeigt große Unterschiede

Im österreichweiten Vergleich liegt Wien mit einer Quote von 5,11 Prozent unbesetzter Kassenstellen noch im Mittelfeld. Deutlich schlechter ist die Lage in Niederösterreich mit 34,89 Prozent und der Steiermark mit 29,79 Prozent unbesetzter Planstellen. Eine stabilere ärztliche Versorgung bieten hingegen Kärnten (0,85 Prozent), Burgenland (2,55 Prozent) und Vorarlberg (2,98 Prozent).

Gesundheitliche Folgen

Die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Versorgungslücke beschreiben Kamaleyan-Schmied und Steinhart in drastischen Worten: „Längere Schmerzen, längeres Leiden, längere Arbeitsausfälle – das darf nicht zur Normalität werden.“ Ihr Appell lautet unmissverständlich: „Genug gewartet – die medizinische Versorgung braucht jetzt eine echte Aufwertung.“

Politische Forderungen

Ohne entschlossenes Gegensteuern droht eine weitere Verschlechterung der Situation – mit negativen Auswirkungen auf die gesunde Lebenserwartung der Bevölkerung. Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer, fordert die Verantwortlichen zum Handeln auf: „Jetzt ist es klar: Die Politik muss endlich reagieren und die medizinische Versorgung sicherstellen.“

Um den Beruf des Kassenarztes wieder attraktiver zu gestalten, seien flexiblere Rahmenbedingungen, verbesserte Strukturen und vor allem angemessene Honorare notwendig.

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KO KOSMO-Redaktion
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