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REPORTAGE

Von Monat zu Monat: Wie leben wir in Krisenzeiten?

Von Monat zu Monat: Wie leben wir in Krisenzeiten?
(Foto: zVg.)
13 Min. Lesezeit |

„Wir sind traurig und enttäuscht!”


Die Verlobten Ana Kodzic (26) und Tobias Grill (26) leben seit Dezember letzten Jahres zusammen. Wie es bei ihnen finanziell aussieht, erzählt uns die schönere Hälfte dieses sympathischen Paares:


„Ich bin IT-Managerin und Tobias ist in seinem Masterstudium Robotik. Er arbeitet als Assistent an der TU und begleitet Studenten bei Forschungsprojekten. Weil er vor dem Studium bereits gearbeitet hat, hat er darüber hinaus Anspruch auf ein staatliches Stipendium und seine monatlichen Gesamteinkünfte betragen 1.800 Euro. Ich verdiene 2.250 Euro, aber ich habe noch einen Nebenjob, der im Durchschnitt 200 Euro monatlich bringt. Für die Wohnung zahlen wir 1.150 Euro und die Gesamtsumme unserer Fixkosten ist auf 1.500 Euro gestiegen. Zum Glück leben wir in einem ganz neuen Gebäude, das besonders gut isoliert ist und alles bietet, was zum Energiesparen beiträgt”, legt die junge Dame uns sehr reif dar.

(Foto: zVg.)


Ana sagt, dass sie keine genauen Aufzeichnungen über die monatlichen Ausgaben für das Essen führt, dass Tobias und sie sich jedoch bemühen, möglichst ökonomisch zu leben.


„Ich kaufe mir jeden Tag ein Mittagessen, wobei das manchmal nur ein Sandwich für drei Euro ist, aber, wenn ich in ein Restaurant gehe, bekomme ich keine Mahlzeit mehr unter 15 Euro. Von der Firma bekomme ich monatlich Bons in Höhe von 80 Euro, auch das ist eine kleine Hilfe. Ich koche gerne und mache das auch oft, denn es ist billiger und gesünder. Ich experimentiere gerne in der Küche und bereite italienische und asiatische Gerichte zu. Wir essen viel Gemüse, und wenn wir Fleisch wollen, kaufe ich ein ganzes Huhn und zerteile es so, dass fast nichts weggeworfen wird. Obwohl ich mir vieles leisten kann, mache ich es noch immer so, wie meine Mama es gemacht hat, als ich noch zu Hause gelebt habe. Natürlich koche ich nicht nur zwei Portionen, sondern fünf – sechs, sodass Tobias und ich für mindestens zwei Tage etwas zu essen haben. Wir nehmen uns auch Essen mit in die Arbeit oder frieren den Rest ein. Wir gehen gerne essen oder bestellen uns etwas nach Hause. Diese Gewohnheit geben wir auch nicht ganz auf”, betont Ana.

Junges Paar ohne Luxusbedarf


Dieses junge Paar beobachtet die Gegenwart und plant eine gemeinsame Zukunft.

,,Bei Kleidung, Schuhen und Taschen sind uns Marken nicht wichtig. Wir mögen beide hochwertige Dinge, müssen aber nicht zu viele Sachen haben, denn wir wissen, dass sie uns lange erhalten bleiben”, so Ana.


„Es ist ein Glück, dass ich in einer gesunden Familie aufgewachsen bin und gelernt habe, wie man gut, aber ohne unnötige Verschwendung lebt und gleichzeitig Geld spart. Von zu Hause habe ich gute Einstellungen mitgebracht, und eine der wichtigsten ist, fleißig und ökonomisch zu sein. Tobias ist mir darin sehr ähnlich, wir haben die gleiche Einstellung zu unserem Leben, unseren Zukunftsplänen und — wünschen. Bei Kleidung, Schuhen und Taschen sind uns Marken nicht wichtig. Wir mögen beide hochwertige Dinge, müssen aber nicht zu viele Sachen haben, denn wir wissen, dass sie uns lange erhalten bleiben”, betont Ana Kodžić.


Das verlobte Paar geht gerne mit Freunden in Kaffeehäuser und Konzerte und reist auch gerne.


„Wir bemühen uns, mindestens einmal monatlich am Wochenende irgendwo hinzufahren, egal, ob das in Österreich ist oder im Ausland. Wir haben uns ein Klimaticket gekauft, sodass Reisen in Österreich für uns sehr günstig sind. Außerdem haben wir Freunde, die wir besuchen und die zu uns nach Wien kommen. Im Ausland brauchen wir keinen Luxus, sondern bei den Unterkünften ist uns nur wichtig, dass sie sauber und gut gelegen sind. Auf diesen Kurzreisen, die wir so mögen, gehen wir immer einmal gut abendessen und ansonsten reichen uns ein Sandwich, eine Pizza oder ähnliches”, stellt Tobias fest.

Schweres Leben für künftige Generationen


Ana und Tobias haben keine Angst vor der Zukunft, aber sie sind enttäuscht und traurig über die Entwicklungen in der Gesellschaft.


„Wenn es so weitergeht, ist die Frage, ob wir uns unseren Traum von einem Haus am Land, das wir uns bauen wollen, erfüllen können, denn egal, wie viel wir arbeiten, wir werden nur schwer einen Kredit bekommen. Wir wollen auch ein gemeinsames Kind, aber wie sollen wir das planen, wenn wir in so einer allgemeinen Ungewissheit leben?
Unsere Generation erwartet ein schweres Leben und die Pensionen werden nicht zum Überleben reichen, also müssen wir uns schon jetzt auf das vorbereiten, was in 40 Jahren sein wird. Darum ist uns wichtig, die ganze Zeit zu arbeiten, Pensionszeiten zu erwerben und natürlich gut zu verdienen, um regelmäßig eine gewisse Geldsumme auf die Seite zu legen”, unterstreichen Ana und Tobias.

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KO KOSMO-Redaktion
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