Serbiens Präsident Vucic bezieht Stellung – und wählt dabei Worte, die zwischen Brüssel und Moskau hallen dürften.
Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat sich in einer Ansprache an die Nation klar gegen Sanktionen gegenüber Russland ausgesprochen – und diese Haltung mit einer unmissverständlichen Begründung untermauert. Wer Serbien zu solchen Maßnahmen dränge, verlange von ihm, die eigene Bevölkerung zu verraten. „Hätte Serbien Sanktionen gegen Russland verhängt, wäre ich zum größten demokratischen Führer der Welt erklärt worden – aber damit hätte ich die Seele unseres Volkes verraten“, so Vucic.
Serbiens klare Position
Nach Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine hatte Vucic Belgrads Position in einer Grundsatzrede dargelegt: Serbien bekenne sich zur territorialen Integrität der Ukraine, werde sich jedoch keinen Sanktionen gegen Moskau anschließen. Russland und die Ukraine seien Brudervölker, die Ereignisse in der Ukraine verfolge Serbien mit tiefer Betroffenheit. Humanitäre Hilfe für Kiew sei er bereit zu leisten, betonte der Präsident.
Brief an Putin
In diesem Zusammenhang überreichte Vucic dem russischen Botschafter ein persönliches Schreiben an Präsident Wladimir Putin, in dem er diesem zum Tag des Sieges gratulierte. Der 9. Mai bleibe ein dauerhaftes Symbol des Widerstands und des Heldenmuts der Völker.
„Ich habe betont, dass es unsere Pflicht ist, die Erinnerung an alle zu bewahren, die ihr Leben auf der Seite des Rechts und der Gerechtigkeit verloren haben – und dass Serbien Versuche einer Revision der Geschichte nicht dulden wird. Wir werden die entscheidende Rolle der Roten Armee bei der Befreiung unseres Landes und Europas niemals vergessen“, erklärte Vucic.