Start NEWS PANORAMA Wie aus Serben und Montenegrinern Albaner wurden (VIDEO)
MINDERHEITEN

Wie aus Serben und Montenegrinern Albaner wurden (VIDEO)

Wie aus Serben und Montenegrinern Albaner wurden
(FOTO: Screenshots)

In Albanien leben auch heute noch rund 30.000 Menschen, die trotz aufgezwungener Assimilierung ihre serbischen und montenegrinischen Wurzeln nicht vergessen haben.

Wenn man heute durch die Straßen der nordalbanischen Stadt Shkodra (serb/mont. Skodra) läuft, so trifft man zum Beispiel auf Gezim Gjoka, Bledar Belja oder Janka Jakoja. Im ersten Moment deutet weder der Namen, noch irgendein äußerliches Merkmal daraufhin, dass es sich um kein ethnischen Albaner handelt.

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Schrittweise Albanisierung
Der Prozess der Albanisierung begann noch während der Herrschaft des albanischen Königs Ahmet Zogu (1925 – 1935). Dieser veranlasste sowohl die Schließung aller nicht-albanischen Schulen als auch eine Streichung des „ić“ am Ende der südslawischen Namen.

Diese Politik gegenüber den Minderheiten führte auch Enver Hoxha, das alleinige Staatsoberhaupt der Sozialistischen Volksrepublik Albanien (1944 – 1985) fort. Im Jahr 1966 kam es so zu einem Verbot der Religionsausübung, der Zugehörigkeit zu einer anderer nicht-albanischen Nationalitäten, sowie des Kontakts mit dem Herkunftsland.

In weiterer Folge verloren die Minderheiten auch in ihre ursprünglichen Namen, welche komplett albanisiert wurden. So wurde Zoran Đoković in Gezim Gjoka, Marko Bašanović in Bledar Belja und Janka Brajović in Janka Jakoja umbenannt. Zur Zeit des Hoxha-Regimes gab es sogar ein striktes Namensregister, aus welchem die Minderheiten nur eine gewisse Anzahl auswählen durften.

Heute ist diese Politik gegenüber Minderheiten nicht mehr vertreten und zahlreiche serbische und montegrinische Familien wünschen sich, ihre alten Namen wieder annehmen zu können. Rein rechtlich ist dies auch möglich, allerdings bürokratisch sehr aufwendig. Zudem müssen sich für entweder den Vor- oder Nachnamen entscheiden, da man laut Gesetz beide nicht ändern darf.

Gesetzeslage besser, Umsetzung schwierig
Minderheiten haben im heutigen Albanien zudem das Recht auf Bildung in der Muttersprache. Dies gestaltet sich in der Realität jedoch schwieriger als gedacht, da viele der Betroffenen so konsequent albanisiert wurden, dass sie sowohl in den staatlichen Statistiken als auch in anderen Dokumenten als ethnische Albaner geführt werden.

Nichtsdestotrotz kämpft nicht nur die serbische und montegrinische Minderheit heute um ihre Rechte. So gibt es bereits private Bildungseinrichtungen auf Serbisch/Montenegrinisch und ähnliche wichtige kulturelle Projekte, sodass die kulturelle Identität der Minderheiten nicht verloren geht.

Wie die Serben und Montenegriner Albaniens heute leben und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben, seht ihr im Video auf der zweiten Seite!