Während Wien Energie im Preisvergleich überraschend gut abschneidet, könnte der neue Verbund-Tarif den Strommarkt kräftig aufmischen. Ein West-Ost-Gefälle bleibt bestehen.
Der Wiener Landesversorger Wien Energie positioniert sich laut einer aktuellen Vergleichsstudie des Momentum Instituts im günstigen Mittelfeld der österreichischen Stromanbieter. Mit jährlichen Arbeitskosten von 578 Euro für einen durchschnittlichen Haushalt – oder sogar nur 531 Euro bei einjähriger Vertragsbindung – liegt das Unternehmen deutlich unter dem Preisniveau der meisten anderen Landesversorger.
Diese Preisanalyse gewinnt besondere Bedeutung durch die jüngste Ankündigung des mehrheitlich staatlichen Energiekonzerns Verbund. Dieser plant die Einführung eines neuen „Österreich-Tarifs“ mit Arbeitskosten von nur 467 Euro pro Jahr für einen Durchschnittshaushalt. Obwohl wichtige Details wie die Höhe der Grundpauschale noch nicht feststehen, dürfte diese Initiative den Preisdruck auf alle Marktteilnehmer erheblich verstärken. Der Verbund zählt mit aktuell 689 Euro noch zu den kostspieligeren Anbietern.
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Regionales Preisgefälle
Im bundesweiten Vergleich zeigt sich ein deutliches West-Ost-Gefälle bei den Strompreisen. Während Verbraucher in Vorarlberg (441 Euro) und Tirol (436 Euro) von besonders niedrigen Tarifen profitieren, müssen Kunden der Energie Graz mit 751 Euro jährlich am tiefsten in die Tasche greifen. Die meisten Landesversorger bewegen sich in einer Preisspanne zwischen 640 und 690 Euro.
Lediglich die Anbieter in Kärnten und Salzburg kommen mit jeweils 590 Euro in die Nähe des Wiener Preisniveaus.
Kommende Änderungen
Der österreichische Strommarkt steht jedoch vor weitreichenden Umwälzungen. Ab 1. April soll ein staatlich geförderter Sozialtarif eingeführt werden, der die jährlichen Stromkosten für berechtigte Haushalte auf durchschnittlich 232 Euro begrenzen wird. Nach Berechnungen des Momentum Instituts dürften etwa 250.000 einkommensschwache Haushalte von dieser Maßnahme profitieren.
Parallel dazu verhandelt die Bundesregierung über einen „Energiekrisenmechanismus“, der den Strompreis auf zehn Cent pro Kilowattstunde deckeln soll.
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„Der Markt sorgt nicht für leistbare Energiepreise, sondern dafür, dass Haushalte mehr zahlen als nötig.“ Mit dieser Einschätzung kommentiert Oliver Picek, Chefökonom des Momentum Instituts, die aktuelle Situation auf dem Strommarkt, der vor nachhaltigen Veränderungen steht.