Nächste Woche läutet die Deutsch-Matura für 41.300 Schülerinnen und Schüler den ersten Akt der Zentralmatur 2024 ein. Am 2. Mai stehen die jungen Erwachsenen erstmals geschlossen im Prüfungsmarathon, der sich in diesem Jahr aufgrund des Feiertags Christi Himmelfahrt über drei Wochen erstreckt. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Fach Mathematik am 7. Mai, für das ein verändertes Bewertungsschema in Kraft tritt – eine Neuerung, die insbesondere die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS) betrifft.

Fast 19.800 Aufgabenhefte für Gymnasien und etwa 21.500 für BHS wurden vom Bildungsministerium in Auftrag gegeben – ein Beleg für die Bedeutsamkeit des Deutschabiturs. Doch es geht Schlag auf Schlag: Englisch folgt am 8. Mai und die Woche darauf steht ganz im Zeichen der Romanistik und Klassik. Deutsch bleibt das einzige Fach mit einheitlichen Klausuren; in anderen Bereichen variieren die Aufgaben je nach Schultyp und bei Fremdsprachen nach der Länge der Lehrzeit.
Mathe-Matur: Faire Bewertung
An den BHS sorgt eine Neuerung für Aufsehen: Der Bewertungsschlüssel in „Angewandter Mathematik“ wird dem der Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS) angeglichen. Weniger Aufgaben, konkret 42 statt bisher 48, sollen die Prüflinge lösen – und auch das System der halben Punkte wird übernommen, welches sich an den Gymnasien bewährt hat.
Keine Rückkehr zu alten Zeiten
Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) stellt klar: „Für mich ist und bleibt klar, dass es auch in Zukunft ein Festhalten am Konzept Matura braucht. Dabei steht die Abschaffung der Benotung mittels Ziffernnoten für mich nicht zur Debatte.“ Somit bleibt die Matura, trotz wiederholter Reformdiskussionen, in ihrer Grundform bestehen. Einzig die Pandemie hat eine wesentliche Änderung hinterlassen: Die Jahresnote spielt nun eine entscheidende Rolle in der Gesamtbeurteilung der Matura.
Mündliche Prüfungen und Kompensation
Nach dem schriftlichen Teil, der sich dem Ende zuneigt, beginnen Ende Mai die mündlichen Reifeprüfungen. Auch hier fließt die Jahresnote mit ein, ein Sicherheitsnetz für all jene, deren Stärken eher im Dialog liegen. Für Schüler, die beim ersten Anlauf scheitern, bietet sich am 3. und 4. Juni die Möglichkeit zur Kompensationsprüfung – eine zweite Chance auf den begehrten Abschluss.
