Zwei Wiener Restaurants, 28 Jobs und 400.000 Euro Schulden – ein Gastrobetrieb kämpft jetzt offiziell ums Überleben.
Die Uno Momento GmbH mit Sitz in Wien-Leopoldstadt hat beim Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt. Das geht aus Angaben von Creditreform hervor. Das Unternehmen betreibt zwei Restaurants mit italienischer Ausrichtung – eines in der Alliiertenstraße 19 in Wien-Leopoldstadt, das andere in der Steinbauergasse 16 in Wien-Meidling.
Von der Insolvenz betroffen sind insgesamt 28 Beschäftigte, davon 16 in Vollzeit und 12 in Teilzeit.
Expansion als Auslöser
Als zentralen Auslöser der finanziellen Schieflage führt das Unternehmen im Sanierungsantrag die Expansion auf einen zweiten Standort im Jahr 2022 an. Das neu eröffnete Lokal in der Alliiertenstraße habe in der Anfangsphase keine Gewinne erwirtschaftet. Zusätzlich belastete die allgemein schwache Konjunktur der vergangenen zwei Jahre die Lage: Unbeständige Erlöse bei gleichzeitig wachsenden Betriebskosten hätten die Gesellschaft zunehmend unter Druck gesetzt.
Trotz eingeleiteter Sparmaßnahmen sei es nicht gelungen, die aufgelaufenen Verluste schnell genug zu kompensieren, heißt es in dem Antrag. Inzwischen könne der Standort in Wien-Meidling jedoch wieder kostendeckend betrieben werden. Die kurzfristige Tilgung der bestehenden Altverbindlichkeiten sei dennoch nicht realisierbar gewesen.
Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich dem Antrag zufolge auf rund 400.000 Euro. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans beglichen werden soll. Die dafür notwendigen Mittel sollen aus dem laufenden Betrieb generiert werden.
Umsatzprognose & Vermögen
Für den Zeitraum Juni bis September 2026 rechnet die Uno Momento GmbH nach eigenen Angaben mit durchschnittlichen monatlichen Nettoumsätzen von rund 140.000 Euro. Die monatlichen Personalkosten einschließlich Lohnnebenkosten werden mit etwa 58.000 Euro beziffert, die übrigen fixen und variablen Aufwendungen – darunter Warenbezug, Miete, Energie und Versicherungen – mit rund 65.000 Euro.
Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, durch bereits realisierte Einsparungen und die aktuelle Auftragslage fortlaufend Überschüsse erzielen zu können, die zur Finanzierung des Sanierungsplans ausreichen sollen. Gleichzeitig räumt die Gesellschaft ein, dass sowohl Umsätze als auch Personalstand je nach Auslastung erheblichen Schwankungen unterliegen können.
Zum Gesellschaftsvermögen zählen Teile der Betriebsausstattung an beiden Standorten, zwei Fahrzeuge sowie die Mietrechte an den jeweiligen Lokalen. Ergänzt wird dies durch den Kassenbestand und vorhandene Bankguthaben.
Auf der Unternehmenshomepage beschreibt die Gesellschaft ihre Entstehungsgeschichte mit folgenden Worten: „Unsere Geschichte beginnt mit einer einfachen Idee: einen Ort zu schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, gut essen und sich wie zu Hause fühlen. Aus dieser Leidenschaft ist Uno Momento entstanden – ein Café, Restaurant und eine Lounge, in der Frühstück, Mittag- und Abendessen genauso wichtig sind wie die Gespräche am Tisch.“ Und weiter: „Heute sind wir mit zwei Lokalen in Wien vertreten und freuen uns über viele Stammgäste, neue Gesichter und unzählige Momente, die bei uns gefeiert werden. Vom schnellen Kaffee bis zur großen Runde am Abend.“
Seit Jänner 2019 fungiert Nenad Mirkovic als Geschäftsführer der Uno Momento GmbH. Alleingesellschafter ist Radovan Dumic, dessen Stammeinlage 35.000 Euro beträgt.