Mehr Pleiten in Niederösterreich, schwache Nachfrage, hohe Kosten – Österreichs Unternehmen kämpfen weiter an mehreren Fronten gleichzeitig.
Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden in Niederösterreich 582 Unternehmensinsolvenzen verzeichnet – ein Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber den 550 Fällen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das geht aus aktuellen Daten des Gläubigerschutzverbands Creditreform hervor.
Erhöhtes Insolvenzgeschehen
Geschäftsführer Gerhard Weinhofer sieht darin zwar keine akute Insolvenzwelle, spricht aber von einem dauerhaft erhöhten Insolvenzgeschehen. Als wesentliche Belastungsfaktoren nennt er eine anhaltend schwache Nachfrage in Kombination mit hohen Personal- und Energiekosten sowie einer angespannten Ertragslage in vielen Betrieben.
Österreichweit ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2026 laut Creditreform zwar um 1,6 Prozent zurück – von 3.499 auf insgesamt 3.443 Fälle. Entwarnung geben die Gläubigerschützer dennoch nicht: Das Niveau liegt weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der Vor-Pandemiejahre. Besonders unter Druck steht die Bauwirtschaft, in der 458 Insolvenzen registriert wurden – ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Allein bei den Insolvenzen der Unternehmen Eitek und Mediashop waren zusammen 481 Beschäftigte betroffen.