Österreich brennt – und ein Ende ist nicht in Sicht. Feuerwehr und Bundesheer kämpfen gegen die Flammen.
Die Behörden haben am Freitag eine offizielle Warnung vor „maximaler Waldbrandgefahr“ herausgegeben. Diese Gefahrenlage bleibt nach aktuellem Stand auch in den nächsten Tagen aufrecht. Besonders exponiert sind Teile Niederösterreichs, der Steiermark sowie Kärntens. Eine regionale Entspannung wird frühestens ab Sonntag erwartet.
Extremes Niederschlagsdefizit
Der heurige Frühling verlief in weiten Teilen Österreichs außergewöhnlich niederschlagsarm. Meteorologen zufolge wurden vielerorts weniger als ein Viertel der saisonal üblichen Regenmengen verzeichnet. Das Niederschlagsdefizit liegt in zahlreichen Regionen bei rund 25 Prozent unter dem langjährigen Mittelwert.
In Linz etwa wurden lediglich 27 Millimeter gemessen – nach Einschätzung der Fachleute nur ein „Bruchteil des Normalwerts“. Vor allem im Süden des Landes verlief das Frühjahr bislang „außergewöhnlich trocken“, wie Experten betonen. Im kärntnerischen Dellach im Drautal wurde sogar das trockenste Frühjahr seit 1963 registriert.
Das sonnige Wetter mit Temperaturen von bis zu 25 Grad dürfte zwar bei vielen Menschen Freude auslösen, für die Natur bedeutet die anhaltende Trockenheit jedoch eine wachsende Belastung für Böden und Vegetation. Eine Trendwende ist laut Fachleuten vorerst nicht absehbar.
Einsatz im Lesachtal
In Kärnten sind Feuerwehr und Bundesheer derzeit im gemeinsamen Einsatz gegen einen schweren Waldbrand im Lesachtal. Seit Donnerstagabend halten die Flammen im Bereich Promeggen die Einsatzkräfte in Atem, mittlerweile sind rund 35 Hektar Wald betroffen. Das Bundesheer wurde zur lokalen Unterstützung hinzugezogen.
Steile Geländeformationen und ein Mangel an verfügbarem Löschwasser erschweren die Bekämpfung des Brandes erheblich. In der Nacht mussten die Löscharbeiten zeitweise eingestellt werden – die Bedingungen seien „zu gefährlich für unsere Leute“, erklärte Bezirksfeuerwehrkommandant-Stellvertreter Gerd Guggenberger zur aktuellen Lage.
Das Feuer erweist sich als besonders hartnäckig, da es immer wieder neu aufflammt. Für den nächstgelegenen Ort besteht trotz starker Rauchentwicklung nach Angaben der Einsatzkräfte derzeit keine unmittelbare Gefahr.
Der Einsatz dürfte sich dennoch noch über mehrere Tage erstrecken.