Start News Panorama
INTERNATIONALER FRAUENTAG

4 Powerfrauen vom Balkan, die Generationen inspirierten

Mileva (Marić) Einstein – Mitentwicklerin der Relativitätstheorie

Mileva und Albert Einstein (FOTO: Wikimedia Commons/Autor unbekannt)

Mileva Marić wurde am 19. Dezember 1875 als Kind einer wohlhabenden serbischen Familie in der heutigen Vojvodina geboren. Sie war die erste Serbin und eine der ersten Frauen, die ein Mathematik- und Physikstudium absolvierte. Gemeinsam mit Albert Einstein studierte sie am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich und wurde später seine erste Ehefrau.

Schon sehr früh erkannte Milevas Vater ihre intellektuellen Fähigkeiten und förderte sie in ihrer Ausbildung. 1896 schrieb sich Mileva als einzige Frau ihres Jahrgangs für das Studium der Mathematik und Physik am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich ein. Dort besuchte sie viele Vorlesungen gemeinsam mit niemand geringerem als Albert Einstein, mit dem sie sich sehr schnell gut anfreundete. 1903 heirateten Marić und Einstein gegen den Willen von Einsteins Mutter in Bern, 1904 gebar sie ihren Sohn Hans Albert. Sechs Jahre später kam ihr zweiter gemeinsamer Sohn Eduard zur Welt. 14. Februar 1919 ließen sich die beiden jedoch scheiden, nachdem sich Einstein in seine spätere zweite Frau Elsa verliebt hatte.  

„Mitentwicklerin der Relativitätstheorie“
Immer wieder wurde über das Ausmaß von Milevas Beitrag zu Einsteins Arbeiten diskutiert. Sowohl namhafte Physiker, als auch viele Feministinnen stellten Behauptungen auf, wonach Mileva als Mitautorin oder sogar als eigentliche Autorin von Einsteins frühen Schriften angesehen werden müsse. Die Verfechter der These, Marić habe substanziell an Einsteins Arbeiten mitgewirkt, stützen sich im Wesentlichen auf verschollene Originalmanuskripte von 1905, die 1955 – 7 Jahre nach dem Tod Milevas 1948 – aufgetaucht waren.

Zudem gibt es Belege, dass Marić auch nach 1905 eng mit Einstein zusammenarbeitete; so sind beispielsweise sieben Seiten der handschriftlichen Vorlesungsunterlagen Einsteins zur analytischen Mechanik von 1910 in Marićs Handschrift verfasst. Häufig wird auch auf den Briefwechsel zwischen Einstein und Marić verwiesen, in dem Einstein wiederholt von „unserer Arbeit“ spricht, sowie auf die Tatsache, dass Einstein das Preisgeld des Nobelpreises seiner geschiedenen Frau in Zürich zukommen ließ. Im Jahr 2005 wurde Mileva Marić in Zürich von der ETH und der Gesellschaft zu Fraumünster als „Mitentwicklerin der Relativitätstheorie“ geehrt.