Zehn Tage Extremhitze, sieben Bewusstlose an einem einzigen Tag – Kölns Feuerwehr kämpft gegen eine Lage, die immer dramatischer wird.
In Köln hat die anhaltende Hitzewelle die Feuerwehr in einen Ausnahmezustand versetzt. Allein am Freitag mussten sieben Personen aus Dachgeschosswohnungen in lebensbedrohlichem Zustand gerettet werden – ihre Körpertemperatur hatte die kritische Marke von 42 Grad Celsius überschritten. Laut Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet waren die Betroffenen zwischen 40 und 60 Jahre alt. Eine der fünf städtischen Wetterstationen registrierte an diesem Tag einen Höchstwert von 37,5 Grad Celsius.
Alarmiert wurden die Einsatzkräfte jeweils von Angehörigen, nachdem die Betroffenen zusammengebrochen waren. In den Wohnungen – überwiegend in Dachgeschossen – trafen die Retter die Menschen bewusstlos an. Bei allen Personen wurde Hyperthermie (gefährliche Körperüberhitzung) festgestellt, die ohne rasche Behandlung tödlich verlaufen kann. Eine Person musste reanimiert werden. Sämtliche Betroffenen befinden sich derzeit in Kölner Krankenhäusern in Behandlung.
Kapazitätsgrenze erreicht
Für den Samstag wurden zusätzliche Kräfte in den Dienst gerufen. Laschet erklärte: „Wegen der großen Anzahl an Einsätzen werden wir heute unsere Kollegen, die eigentlich frei haben, wieder in den Dienst holen.“ Der Rettungsdienst hat inzwischen seine Kapazitätsgrenze erreicht. „Nach zehn aufeinanderfolgenden Tagen mit extremer Hitze und ohne nennenswerte nächtliche Abkühlung ist die Lage ernst.“
Kölner Kühlmaßnahmen
Die Feuerwehr richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung: „Besucht Eure Nachbarn, ruft Eure Eltern an, schaut nach Freunden und Bekannten – ein kurzer Kontakt kann Leben retten.“ Am Rudolfplatz wurden Wasserschläuche ausgelegt, an denen sich Passanten und Anwohner abkühlen können. Bereits am Donnerstag hatte die Stadt im Rahmen der Initiative „Cooling Cologne“ entsprechende Schläuche installiert, die einen feinen Wassernebel versprühen und so die gefühlte Umgebungstemperatur senken sollen.
Als besonders gefährdet gelten ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Vorerkrankungen.
Die Feuerwehr weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass eine Körpertemperatur von 42 Grad auch für körperlich fitte Menschen eine akute Lebensgefahr darstellt.