Mit schmerzender Blase am Fuß und sichtbarer Erschöpfung kämpft sich Tennis-Ikone Djokovic durch die erste Runde der US Open – sein Körper sendet deutliche Warnsignale.
Novak Djokovic hat sich trotz erheblicher körperlicher Beschwerden in die zweite Runde der US Open gekämpft. Der serbische Rekordchampion bezwang den US-Amerikaner Learner Tien zum Auftakt des Turniers in New York mit 6:1, 7:6 (7:3), 6:2, zeigte dabei jedoch phasenweise deutliche Anzeichen von Erschöpfung. Seine Verfassung für die kommenden Matches wirft ernsthafte Fragen auf.
Der erste Durchgang verlief noch wie aus einem Guss für den Serben, der nach nur 24 Minuten den Satzgewinn einfuhr. Im zweiten Abschnitt schwanden jedoch zusehends die Kräfte. Beim Stand von 4:5 wehrte der 38-Jährige einen Satzball ab und rettete sich in den Tiebreak.
Dort bot sich den Zuschauern ein ungewohntes Bild: Der sonst so fitte Djokovic dehnte sich nach Ballwechseln, stützte sich auf seinen Schläger und verzögerte auffällig seine Aufschläge. Dennoch bewies er in den entscheidenden Momenten Nervenstärke und sicherte sich den Satz. In der anschließenden Behandlungspause ließ der Routinier eine schmerzhafte Blase am großen Zeh seines rechten Fußes versorgen.
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Starkes Comeback
Der dritte Satz begann mit einem frühen Aufschlagverlust für den Favoriten, doch der Serbe fand allmählich seinen Rhythmus zurück. Gegen den noch unerfahrenen Tien, dessen Fehlerquote zu hoch blieb, spielte Djokovic schließlich seine ganze Klasse aus und verwandelte seinen zweiten Matchball zum Einzug in die nächste Runde.
„Für mich war es entscheidend, die Nerven zu bewahren und den zweiten Satz zu gewinnen“, erklärte Djokovic im Anschluss auf dem Platz. Mit einem Augenzwinkern kommentierte er den Altersunterschied zu seinem erst 19-jährigen Gegner: „Ich wünschte, ich hätte sein Alter. Wenn man in die späten 30er kommt, geht es darum, die Kraftreserven für die wichtigen Dinge zu sparen. Der Körper erholt sich nicht mehr so gut, wie er sollte.“
Das Duell machte den enormen Rangunterschied zwischen beiden Spielern deutlich: Während Djokovic seine Position als Weltranglistenerster auch nach diesem Sieg behauptet, steht der US-Amerikaner Tien aktuell auf Platz 50 der ATP-Weltrangliste. Dennoch erwies sich der junge Amerikaner als hartnäckiger Gegner, der den großen Champion phasenweise in Bedrängnis brachte.
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Grand-Slam-Fokus
Der Jagd nach seinem 25. Major-Titel setzt Djokovic unbeirrt fort, doch der Weg zum Triumph erscheint für den Altmeister zunehmend steiniger. Der vierfache US-Open-Champion konzentriert sich mittlerweile ausschließlich auf die Grand-Slam-Turniere – seit seinem Halbfinal-Aus in Wimbledon Mitte Juli hatte er keine Matchpraxis mehr gesammelt.
Diese lange Pause ohne Wettkampfpraxis machte sich deutlich bemerkbar. „Seit Wimbledon hatte ich keine Turnierpartie mehr gespielt“, bestätigte Djokovic nach dem Match und räumte ein, dass ihm die physische Belastung deshalb besonders zu schaffen machte.
Im Vorjahr war seine Titelverteidigung in Flushing Meadows bereits in der dritten Runde gescheitert. 2023 hatte er beim letzten Major des Jahres triumphiert, wartet seither jedoch vergeblich auf den nächsten großen Coup. Mit seinen aktuell 24 Grand-Slam-Titeln ist der Serbe Rekordhalter, doch der Sprung zur magischen 25er-Marke gestaltet sich schwieriger als erwartet.
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