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Gewaltexzess

Die größte Dummheit meines Lebens“ – Wie 7 Jugendliche eine Pädagogin zerstörten

Die größte Dummheit meines Lebens“ – Wie 7 Jugendliche eine Pädagogin zerstörten
Foto: iStock
4 Min. Lesezeit |

Eine junge Frau schildert in einer Videoaufzeichnung vor Gericht die traumatischen Erlebnisse, die sie durch sieben Jugendliche erlitten haben soll. Während der mehrstündigen Vernehmung im Wiener Landesgericht ist zu beobachten, wie die sichtlich angespannte Frau einen Stressball so heftig zusammendrückt, dass dieser schließlich zerreißt. Wiederholt streicht sie nervös ihre Haare zurück.

Der Inhalt ihrer Aussage ist erschütternd: Die Lehrerin berichtet, über Monate von einer Gruppe Jugendlicher bedroht, erpresst und vergewaltigt worden zu sein. Den Höhepunkt der Gewalt bildete die Brandstiftung in ihrer Wohnung. „Sie prahlten mit ihren kriminellen Aktivitäten und behaupteten, einer organisierten Gruppe mit 80 Mitgliedern anzugehören. Das hat mir durchaus Angst gemacht“, erklärt sie ihre Duldung der Übergriffe. Die auf der Anklagebank sitzenden Jugendlichen zeigen während ihrer Aussage keinerlei Regung.

Die Geschehnisse nahmen ihren Anfang mit einer unüberlegten Beziehung. „Den vierten Angeklagten kenne ich am längsten, da er früher mein Schüler war“, berichtet die Frau. Anfang des Jahres erhielt sie eine Kontaktanfrage des 16-Jährigen auf Instagram. „Zunächst wollte ich nicht reagieren, sah dann aber, dass einige Kollegen mit ihm vernetzt waren.“ Was mit harmlosen Nachrichten begann, entwickelte sich bald in eine problematische Richtung. Nach einem Ausgehabend kam es zum ersten Fehltritt: „Ich war erheblich alkoholisiert und traf die falsche Entscheidung, ihn mit nach Hause zu nehmen.“

Es folgten weitere Treffen: „Ich traute mich nicht, die Beziehung zu beenden. Ich befürchtete, er würde alles weitererzählen und meinen Ruf zerstören. Zudem wusste ich von seiner Zugehörigkeit zu dieser Gruppe und dass es sich nicht um unbescholtene Personen handelte.“

Eskalation der Gewalt

Der 16-Jährige brachte schließlich einige seiner Gruppenmitglieder mit in die Wohnung der Lehrerin. „Die Situation war befremdlich, da ich mit solchen Kreisen nichts gemein habe. Sie prahlten mit ihren kriminellen Aktivitäten und behaupteten, einer organisierten Gruppe mit 80 Mitgliedern anzugehören. Das hat mir durchaus Angst gemacht.“ Aus dieser Furcht heraus ließ das Opfer die jungen Männer wiederholt in ihre Wohnung, bewirtete sie und akzeptierte ihre Anwesenheit.

„Ich glaube, kein vernünftiger Mensch hätte sich freiwillig mit solchen Personen umgeben“, sagt sie und berichtet von Einschüchterungen und Erpressungsversuchen. Besonders verstörend ist ihre Aussage über den fünften Angeklagten: „Je schlechter es mir ging, desto zufriedener schien er.“ Die Angeklagten sollen der Wienerin zudem 800 Euro aus einer Spardose entwendet haben.

Im August eskalierte die Situation erstmals: Die Lehrerin wandte sich hilfesuchend an einen der Jugendlichen. Bei früheren Besuchen waren unter Drogeneinfluss kompromittierende Aufnahmen von ihr entstanden – Material für weitere Erpressungen. Statt Unterstützung zu erhalten, wurde die Frau jedoch mutmaßlich unter Drogen gesetzt: „Irgendwann bemerkte ich, dass mein Zustand sich verschlechterte.“

An dieser Stelle wurde die Öffentlichkeit temporär ausgeschlossen, da es um den Missbrauch einer wehrlosen Person ging. Nach Wiederaufnahme der öffentlichen Verhandlung berichtete die emotional aufgewühlte Frau: „Ich musste mich jemandem anvertrauen. Mir war klar, wenn ich jetzt nicht handle, überstehe ich das nicht.“ Sie offenbarte sich ihrer Familie und begann eine Therapie, erstattete jedoch keine Anzeige.

Brandstiftung als Höhepunkt

Bis Ende November schien sich ihre Situation zu verbessern – der Kontakt zu den Angeklagten war abgebrochen, sie plante ihre Rückkehr ins Berufsleben. Dann erhielt sie jedoch zunehmend anzügliche Nachrichten von Jugendlichen, darunter auch Schüler, über Instagram. In einem letzten Versuch wollte sie die Angeklagten zur Rede stellen bezüglich der Verbreitung der Aufnahmen. „Das war die größte Dummheit meines Lebens“, sagt die weinende Pädagogin.

Bei diesen Treffen in ihrer Wohnung sollen die beiden Hauptangeklagten (15 und 17 Jahre) sie vergewaltigt haben. Auch bei diesen Anklagepunkten musste die Öffentlichkeit den Saal verlassen. Die angeklagten Jugendlichen zeigen während der Verhandlung kaum Reaktionen – sie blicken entweder zu Boden, starren teilnahmslos oder verzeihen ihre Mundwinkel zu einem angedeuteten Grinsen.

Die Gewaltspirale endete erst Mitte Jänner, als die Beschuldigten die Wohnung der Lehrerin in Brand setzten, während sie sich im Auslandsurlaub befand. Fotografien dokumentieren die vollständige Zerstörung ihrer Wohnung.

⇢ Jugendliche zündeten Wohnung von Lehrerin an!

Ein Urteil in dem Fall wird für den 20. Oktober erwartet.

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KO KOSMO-Redaktion
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