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Song Contest

Israel-Boykott: Erstes Balkanland verweigert ESC-Teilnahme

Israel-Boykott: Erstes Balkanland verweigert ESC-Teilnahme
FOTO: EPA/GEORGIOS KEFALAS
3 Min. Lesezeit |

Die Kontroverse um Israels ESC-Teilnahme verschärft sich weiter. Nach der Entscheidung der European Broadcasting Union (EBU), Israel trotz massiver Kritik im Wettbewerb zu belassen, hat nun auch Slowenien seinen Rückzug vom Eurovision Song Contest 2026 erklärt.

Damit wächst die Zahl der Länder, die dem Musikwettbewerb fernbleiben werden – neben Slowenien haben bereits Spanien, die Niederlande, Irland, Island und Belgien ihre Teilnahme abgesagt. Währenddessen positionieren sich andere Rundfunkanstalten klar für eine Teilnahme Israels: Deutschlands Kulturminister bezeichnete einen ESC ohne Israel als „nicht akzeptabel“, und Österreich als Gastgeberland begrüßt ausdrücklich die israelische Beteiligung.

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Die Entscheidung Sloweniens wurde von Vertretern des öffentlich-rechtlichen Senders RTV Slovenija nach der heutigen EBU-Bekanntgabe bestätigt. Der slowenische Sender gehörte zu einer Gruppe von Rundfunkanstalten, die zuvor eine geheime Abstimmung über Israels Teilnahme gefordert hatten – darunter auch Medienorganisationen aus Spanien, Montenegro, den Niederlanden, der Türkei, Algerien und Island. Parallel zu dieser Entwicklung versucht die EBU, durch neue Abstimmungsregeln und verstärkte „technische Sicherheitsmechanismen“ den Wettbewerb zu reformieren. Dennoch bringt der Konflikt um Israel den ESC 2026 bereits lange vor seinem Beginn in eine kritische Situation.

Sloweniens Begründung

In ihrem offiziellen Statement bezeichnete RTVS-Direktorin Natalija Gorscak die aktuelle Lage als „historisch schwierigen Moment“ und kritisierte die EBU für ihre inkonsequente Haltung: Nachdem Russland 2022 wegen des Angriffs auf die Ukraine vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde, hätte man nach Ansicht des slowenischen Senders auch bei Israel die gleichen Kriterien anwenden müssen. Gorscak betonte, dass die Entscheidung nicht auf persönlichen politischen Motiven basiere, sondern die Haltung der slowenischen Bevölkerung widerspiegele. „Seit drei Jahren gibt es in der Öffentlichkeit eine eindeutige Forderung, Staaten auszuschließen, die andere Länder militärisch angreifen“, erklärte sie. „Wir müssen unseren Prinzipien folgen. Manchmal müssen wir auf der richtigen Seite der Geschichte stehen.“

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Die Leiterin des slowenischen Rundfunks wies zudem darauf hin, dass Journalisten aus ihrem Land nach wie vor keinen Zugang nach Gaza hätten und bereits über 200 Reporter dort ums Leben gekommen seien. Sie kritisierte außerdem, dass der israelische Beitrag 2023 „offensichtlich politisch“ gewesen sei – ein Aspekt, der bei anderen Teilnehmern streng sanktioniert werde.

Mit dem nun feststehenden Verbleib Israels im Wettbewerb wird Slowenien nicht nur auf eine Teilnahme verzichten, sondern voraussichtlich auch die Fernsehübertragung des Eurovision Song Contest einstellen.

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KO KOSMO-Redaktion
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