Nach jahrelanger Ungewissheit kommt die grausame Wahrheit ans Licht: Der Ex-Partner einer seit 2018 vermissten Wienerin hat gestanden und die Ermittler zur Leiche geführt.
Nach mehr als siebeneinhalb Jahren ist der Vermisstenfall der damals 21-jährigen Wienerin Jennifer S. aufgeklärt. Ihr ehemaliger Lebensgefährte hat die Tat gestanden und die Ermittler zur Leiche geführt. Der 32-Jährige stand von Beginn an im Fokus der polizeilichen Untersuchungen, bestritt jedoch lange Zeit jede Verbindung zum Verschwinden seiner Ex-Partnerin. Die Ermittlungen gegen ihn wurden 2019 mangels Beweisen eingestellt. Zu den aktuellen Entwicklungen informierten die Wiener Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz.
Die Wienerin war seit dem 21. Jänner 2018 vermisst. Wie die „Krone“ berichtet, führte der 32-jährige Ex-Partner, der stets im Visier der Ermittler stand, die Beamten am Montag zur Leiche. Reue soll ihn zu diesem Schritt bewogen haben.
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Jennifer S. galt seit Ende Jänner 2018 als vermisst. Das Landeskriminalamt vermutete von Anfang an ein Gewaltdelikt. Kurz vor ihrem Verschwinden hatte sich die 21-Jährige von ihrem Partner getrennt – Auslöser waren dessen Kontrollverhalten und aggressive Ausbrüche. Anschließend verschwand die junge Frau unter laut Polizei „bedenklichen Umständen“ aus der gemeinsamen Wohnung in Wien-Brigittenau.
Gegen den Ex-Partner wurde zunächst wegen Freiheitsentziehung ermittelt, das Verfahren jedoch 2019 eingestellt. Die Landespolizeidirektion Wien teilte damals mit, dass aufgrund der Erhebungen und Umstände ein Gewaltverbrechen angenommen wurde. Trotz umfangreicher Fahndungsmaßnahmen blieb die Suche erfolglos. Der Ex-Partner wies jegliche Beteiligung an einem möglichen Verbrechen zurück.
Neue Ermittlungen
Der Fall kam erneut ins Rollen, als die aktuelle Partnerin des Verdächtigen die Polizei alarmierte – der Mann hatte sie bei einer Auseinandersetzung schwer misshandelt. Bei der polizeilichen Befragung zur häuslichen Gewalt wurde er auch zum Verschwinden seiner früheren Lebensgefährtin befragt. Zunächst leugnete er erneut jede Verbindung zum Verschwinden von Jennifer S.
Laut „Kronen Zeitung“ hatte er jedoch in seinem Bekanntenkreis wiederholt vom „perfekten Mord“ gesprochen. Die Familie der Vermissten hatte erst im Oktober eine Belohnung von rund 50.000 Euro für zielführende Hinweise ausgesetzt und erneut ein Foto der jungen Frau veröffentlicht.
Geständnis abgelegt
Am Sonntag suchte der 32-Jährige eine Polizeidienststelle im Waldviertel auf. Einen Tag später legte er im Wiener Landeskriminalamt ein Geständnis ab und brachte die Ermittler zum Fundort der Leiche.
„Der heute medial bekannt gewordene Femizid (Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts) an einer jungen Frau aus Wien zeigt erneut, wie tief das Problem der Männergewalt in Österreich verankert ist. Unsere Gedanken gelten ihrer Familie, die jahrelang in Ungewissheit leben musste“, erklärten Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ) in einem Statement.
Die Bundesregierung arbeite daran, Frauen besser zu schützen und „Täter konsequent zur Verantwortung zu ziehen und Prävention sowie Opferrechte weiter zu stärken“.
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