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Sicherheitslücke

Sicher unterwegs: Österreich verschärft Regeln für E‑Bikes und E‑Scooter

Sicher unterwegs: Österreich verschärft Regeln für E‑Bikes und E‑Scooter
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Experten schlagen Alarm: Die neue Helmpflicht für junge Verkehrsteilnehmer greift zu kurz. Ausgerechnet die am stärksten gefährdeten Altersgruppen bleiben ungeschützt.

Die geplante Ausweitung der Helmpflicht für junge Verkehrsteilnehmer stößt bei Experten auf deutliche Kritik. Ab Mai 2026 sollen Kinder bis zwölf Jahre beim Fahrradfahren, bis 14 Jahre bei E-Bikes und bis 16 Jahre bei E-Scootern einen Helm tragen müssen. Fachleute aus dem Verkehrssicherheitsbereich halten diese altersbezogene Begrenzung jedoch für unzureichend.

„Schädel-Hirn-Verletzungen können in jedem Alter tödlich sein“, warnt Dipl.-Ing. Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Er verweist auf die Statistik: „Die bei E-Scooter-Unfällen Getöteten in den Jahren 2023 und 2024 waren sogar alle über 16 Jahre alt und bei tödlichen E-Bike-Unfällen waren alle über 14 Jahre alt.“ Zudem kritisiert er die mangelnde Klarheit der Regelung: „Bei Gesetzen ist es besonders wichtig, dass sie klar und verständlich sind, damit sie von möglichst vielen Menschen eingehalten werden. Das ist bei derart uneinheitlichen Regelungen leider nicht der Fall.“

Alarmierende Unfallzahlen

Die aktuellen Zahlen des KFV aus 2025 unterstreichen die Problematik: Nur 67 Prozent der E-Bike-Nutzer tragen einen Helm, bei E-Scootern sind es sogar nur zehn Prozent. Besonders auffällig ist, dass die meisten E-Bike-Unfälle Personen über 50 Jahre betreffen – 97 Prozent der Verletzten sind älter als 14 Jahre, wobei nur 43 Prozent einen Helm trugen. Genau diese Altersgruppe würde jedoch von der geplanten Helmpflicht nicht erfasst werden. Eine ähnliche Schutzlücke entsteht bei E-Scooter-Fahrern ab 16 Jahren.

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Die Berechnungen des KFV zeigen eindrücklich: Das Risiko für eine Schädel-Hirn-Verletzung steigt ohne Helm um mehr als das Sechsfache. „Wenn alle Menschen beim Fahren mit E-Bikes und E-Scootern einen Helm tragen würden, gäbe es in Österreich um mehr als 1.000 Schädel-Hirn-Verletzungen pro Jahr weniger“, betont Robatsch.

Breite Unterstützung

Der Ruf nach einer altersunabhängigen Helmpflicht kommt nicht nur von Verkehrssicherheitsexperten, sondern wird auch von zahlreichen medizinischen Fachgesellschaften unterstützt. Die Berufsrettung Wien, die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), die MedUni Wien sowie weitere Institutionen wie die Martin Flugrettung, die ÖNK, die ÖGNC und verschiedene Arbeitskreise der ÖGU haben sich klar positioniert. Auch AUVA, ÖAMTC und die Österreichische Forschungsgesellschaft Straße-Schiene-Verkehr befürworten eine umfassendere Regelung.

Die vorgesehene StVO-Novelle wird somit von Experten als unzureichender Kompromiss betrachtet, der wesentliche Risikogruppen ungeschützt lässt – trotz eindeutiger Unfallstatistiken und breiter fachlicher Unterstützung für eine umfassendere Lösung.

Eine einheitliche, altersunabhängige Helmpflicht könnte nach Einschätzung der Fachleute die Verkehrssicherheit deutlich verbessern und die Zahl schwerer Kopfverletzungen erheblich reduzieren.

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KO KOSMO-Redaktion
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