Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Nobelskiort schieben die Betreiber einem Saisonarbeiter die Schuld für den verschlossenen Notausgang zu. Der wehrt sich vehement.
Nach dem verheerenden Brand im Schweizer Nobelskiort Crans-Montana suchen die Betreiber des Lokals „Le Constellation“ nach Erklärungen für den verschlossenen Notausgang. Das Ehepaar Moretti will nun einem Saisonarbeiter die Verantwortung zuweisen, der dies jedoch entschieden zurückweist und betont, in der Unglücksnacht nicht einmal regulär im Dienst gewesen zu sein.
Die Silvesternacht-Katastrophe im Schweizer Alpenort wirft weiterhin zahlreiche Fragen auf. Besonders rätselhaft bleibt, warum der Notausgang versperrt war, hinter dem mehrere Todesopfer entdeckt wurden. Die Lokalbetreiber Jacques und Jessica Moretti können sich diese entscheidende Tatsache nicht erklären.
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In einer neuen Wendung behauptet das Ehepaar nun, bei der fraglichen Tür im Kellerbereich handle es sich lediglich um einen Serviceeingang, nicht um einen Notausgang. Dennoch können sie nicht begründen, warum dieser Zugang zum Brandzeitpunkt verriegelt war. Laut Recherchen der französischen Tageszeitung „Le Parisienne“ ist dieser Durchgang in den behördlichen Unterlagen eindeutig als „Notausgang und Evakuierungsweg“ verzeichnet.
Widersprüchliche Aussagen
„Diese Tür stand grundsätzlich immer offen. Ich frage mich jeden Tag aufs Neue, weshalb sie ausgerechnet an diesem Abend geschlossen war“, sagte Jessica Moretti während ihrer Vernehmung. „Nach dem Unglück erfuhren wir, dass ein Mitarbeiter […] Eiswürfel ins Constellation gebracht und, ohne erkennbaren Grund, den oberen Riegel der Tür geschlossen hatte“, behauptete die Gastronomin.
Der beschuldigte Mitarbeiter weist diese Darstellung kategorisch zurück. Der Koch stellt klar: „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Dienst; ich wurde um Hilfe gebeten und habe geholfen.“ Zudem betont er, dass er selbst das an der Tür angebrachte Schloss an jenem Abend nicht hätte öffnen können.
Gegenseitige Vorwürfe
Jacques Moretti behauptet außerdem, der Saisonarbeiter habe nach der Katastrophe Schuldgefühle gezeigt. Der Gastronom will ihm daraufhin eine Nachricht geschickt haben mit der Aufforderung, sich seiner Verantwortung zu stellen, statt zu fliehen. Der Beschuldigte widerspricht auch dieser Version.
Er habe die Schweiz mittlerweile zwar verlassen, jedoch aus einem anderen Grund: „Es fällt mir schwer, das Lächeln der unschuldigen Verstorbenen zu sehen, wenn ich die Augen schließe“, erklärte er.